Ulm Neuer Chor "Klangreich Ulm" bewegt mit meisterlichen "Herztönen"

Ulm / BURKHARD SCHÄFER 09.12.2013
Ein berührender zweiter Adventsabend: "Herztöne" von Renaissance bis Moderne ließ der neue Konzertchor "Klangreich Ulm" in der Ulmer Pauluskirche pochen. Der Erlös geht an Bedürftige in der Region.

Stimmungsvoller, herzerwärmender kann ein Konzertabend kaum verlaufen als jener zugunsten der Aktion 100.000 und Ulmer helft am Samstagabend. In der von zahlreichen Kerzen erstrahlten Ulmer Pauluskirche drängten sich die Menschen. Sie waren gekommen, um den neu gegründeten Konzertchor "Klangreich Ulm" zu erleben, der erstmals in vollständiger Besetzung zu hören war.

Unterstützt wurden die wunderbar agierenden Sänger vom Jommelli-Streichquartett, das sich aus Mitgliedern der Staatsorchester aus Stuttgart und München rekrutiert. Kathrin Scheytt (1. Violine), Nicola Wiedmann (2. Violine), Burkhard Zeh (Viola) und Oliver Göske (Cello) sorgten im Einklang mit dem Chor mehr als ein Mal für Gänsehaut pur. Kein Wunder, bei dem ebenso berührenden wie ausgefallenen Programm, das Markus Romes, der musikalische Leiter des Ensembles, einstudiert hatte und das unter dem Motto "Herztöne" Meisterwerke von der Renaissance bis in die Moderne präsentierte.

Dabei waren gleich zu Beginn die "Five Hebrew Love Songs" von Eric Whitacre für Chor und Streichquartett schon der erste große Glanzpunkt in diesem Konzert. Da Romes die Texte zu den Kompositionen vorab vorlas, konnten die Zuhörer der Musik erfreulich unangestrengt folgen. Schmerzlich, aber auch tröstlich zog Monteverdis "Ah! Dolente Partita" durch den hohen Kirchenraum, optimistisch und wiegend gab sich der anschließende klingende Schmetterling ("Butterfly") von Mia Makaroff.

Buchstäblich bewegend war das Konzert auch durch die durchdachten Positionsänderungen des Chores. Das Stück "To See a World" von Sven-David Sandström konnten die Zuhörer gar im "Surround Sound" erleben. Im "Paduana Lachrymae" von Jan Sweelinck sowie in Brahms" h-Moll-Intermezzo op. 119 Nr. 1 und im "Notturno" Viktor Ullmanns nutzte Conrad Schütze die Möglichkeit, seine pianistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Durch den überwältigenden Schluss mit "Dark Night of The Soul" von Ola Gjeilo schloss sich der Kreis. Der Lohn: Stehende Ovationen, Blumen und glückliche Gesichter allenthalben. Ein fürwahr adventliches Glanzlicht der Aktion 100.000 und Ulmer helft.