Ulm Neuer Bürgermeister Martin Bendel im Festmodus

Krawatte sitzt, Festanzug passt: Martin Bendel hat einen richtig guten Startzeitpunkt erwischt.
Krawatte sitzt, Festanzug passt: Martin Bendel hat einen richtig guten Startzeitpunkt erwischt. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / HANS-ULI THIERER 13.07.2016
Sein Start war am 1. Juli. Seither kommt Martin Bendel, der Mann, der für die Ulmer Finanzen zuständig ist, aus dem Festen nicht heraus.

Was muss der Mann bloß für einen Eindruck haben von diesem Ulm? Kommt aus der Idylle des Allgäus, aus Leutkirch genauer, nach Ulm. Und was erlebt er hier? Atemloses Festen. Am Ende seines ersten Arbeitstages steht der Auftakt zum Internationalen Donaufest, das ihn im Folgenden als einen der neuen Geschäftsführer des  Donaubüros neun Tage lang an den Fluss auf den Markt der Donaustädte führt. Unterbrochen nur durch eine Sitzung des Hauptausschusses, den er als neuer städtischer Schatzmeister immer leitet, wenn der OB keine Zeit hat.

Die Stände an der Donau sind noch nicht abgebaut, geht’s schon zu neuen Festufern. En d’ Au na. In der Friedrichsau wird das erste Fass fürs Volksfest angestochen. Ein süffiger Akt, der auf seinen zweiten Freitag im neuen Amt fällt und bei dem die Ulmer auf die wichtigsten Tage im Stadtjahr anstoßen: Schwörwoche ist.

Das heißt für ihn: Weiter unterwegs. Musikalische Reihe auf dem Fischerplätzle, Lichterserenade, in Neu-Ulm sollte man sich auch mal sehen lassen auf dem Schwal oder zum gecoverten Rock am Petrus, der tags darauf Fortsetzung mit Deutschpop auf dem Münsterplatz findet. Nicht einmal das kommunale Zwischenspiel mit der Gemeinderatssitzung will so recht einen geruhsameren Tag bringen. Was weniger an der wie immer üppigen Tagesordnung  kurz vor der Sommerpause liegt. Nein, dieses kleine kommunale Halbjahresfinale endet immer auf dem Ulmer Volksfest.

Und noch immer nicht ist Schwörmontag.

Es irrt, wer glaubt,  der Mann könne sich dann von Dienstag an dem widmen, wofür er gewählt worden ist. Ulm fällt nach Schwörmontag keineswegs kollektiv ins Sommerloch, das er nutzen könnte, um Kassensturz zu machen. Doch erwartet die Stadt Ende Juli 14.500 Aktive aus dem ganzen Land zum Turnfest. Es geht also atemlos weiter im Festmodus für den armen Mann.

Er selber gewinnt dem Feststress aber positive Seiten ab. Wo kommt ein Neuer Menschen schneller näher als auf Festen, die einem erfahrungsgemäß um so offen begegnen, je weinseliger sie beieinander sind. „Ich hab’ in kurzer Zeit so viele Gespräche führen können wie nie zuvor. Das war ein grandioser Einstieg“, sagte er schon zum Ende des Donaufestes.

Was zeigt: Der gute Mann ist Festfest. Der Gemeinderat hat also eine gute Wahl getroffen im März mit dem neuen Finanzbürgermeister. Und Martin Bendel hat Glück, dass seine ersten Amtswochen die Ulmer Festwochen sind.

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