Basketball Neuer Anlauf für Orange Campus

Hier sollen einmal die Basketbälle fliegen: Das Gelände des alten Donaubades auf Neu-Ulmer Seite.
Hier sollen einmal die Basketbälle fliegen: Das Gelände des alten Donaubades auf Neu-Ulmer Seite. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / jon, cik 09.07.2018
Die Risiken des Millionenprojektes Orange Campus am Donauufer sind nun für Ulm und Neu-Ulm minimiert worden. Am Mittwoch debattieren die Stadträte über die aktuellen Zahlen.

Der Orange Campus steht offenbar kurz vor dem Durchbruch. Nachdem in den vergangenen Monaten erhebliche Teile des Prestige-Projektes zwischen den Basketballern und den Städten Ulm und Neu-Ulm neu verhandelt wurden, wollen Ulms Stadträte an diesem Mittwoch über ihre Haltung zum Großprojekt der BBU’01 beraten, bevor am 18. Juli der Gemeinderat endgültig zustimmen muss.

Der Neu-Ulmer Stadtrat befasst sich eine Woche nach den Ulmern, nämlich am 25. Juli, mit dem Projekt. Kämmerer Berthold Stier gibt sich entspannt: „Wir hören jetzt mal, was die Ulmer machen.“ Das gesamte Verfahren sei aber abgestimmt mit der Ulmer Seite und den Basketballern.

Die Neu-Ulmer Stadträte haben ihr grundsätzliches Ja zum Orange Campus bereits Anfang Februar gegeben. Stier legt Wert darauf, dass beide Städte gleichermaßen an einer Risikominimierung interessiert seien und lediglich die Vorgehensweise anders war.

Ursprünglich hatte die Ulmer Stadtpolitik schon im vergangenen Jahr vor den Sommerferien grünes Licht für den Bau des Campus geben sollen. Wie berichtet, wollen die Basketballer auf der Neu-Ulmer Seite der Donau ein Nachwuchszentrum mit drei Sporthallen, Fitnesscenter, Büros und Gastronomie bauen. Doch wegen der hohen und unklaren Haftungsrisiken im Falle eines Konkurses der Campus-Betreiber war das Thema zurückgestellt worden.

Eckpunkte der Planung

Geräuschlos haben Sportverwaltung, Politik und Vereinsverantwortliche an einer Konstruktion gearbeitet, die folgende Eckpunkte vorsieht:

Trennung Die Städte Ulm und Neu-Ulm sowie der Verein splitten das Projekt in zwei Teile: einen so genannten Vereinsteil und einen GmbH-Teil. Die Städte unterstützen nur den Vereins-Teil finanziell. Damit geht die öffentliche Hand weitgehend aus dem unternehmerischen Risiko heraus.

Kosten Wegen der Verzögerung und der mittlerweile gestiegenen Baukosten beträgt die voraussichtliche Gesamtsumme statt ursprünglich 22,8 Millionen Euro brutto nun rund 23,4 Millionen Euro.

Grundstückskauf Die Basketballer müssen „ihren“ Teil des Grundstücks, also den der GmbH, den Städten Ulm und Neu-Ulm abkaufen. Wie es heißt, „zum Marktwert“. Ein Deal etwa auf Ein-Euro-Basis ist damit ausgeschlossen. Das Gesamtgrundstück ist 11.120 Quadratmeter groß, 6170 Quadratmeter davon werden rein rechnerisch kommerziell (Büros, Praxen, Fitness) genutzt und sind nicht förderungswürdig.

Öffentliche Finanzierung Es bleibt beim Zuschuss der Städte von drei Millionen Euro (Ulm) und 1,5 Millionen (Neu-Ulm). Der Landessportbund steuert eine halbe Million bei. Dazu kommen zwei Darlehen in Höhe von 2,9 Millionen Euro (Ulm) und knapp eine Million (Neu-Ulm).

Private Finanzierung Der Eigentümer, die Orange Campus GmbH (Geschäftsführer: Andreas Oettel), muss 11,3 Millionen Euro aufbringen. Bei einem angegebenen Eigenkapital von drei Millionen Euro müssen weitere 8,3 Millionen Euro von Banken finanziert werden. Diese Summe soll von den drei Volksbanken Langenau-Ulm, Laupheim-Illertal und Neu-Ulm als Darlehen kommen.

Kontrolle In weiteren Vereinbarungen haben die Städte Ulm und Neu-Ulm offenbar weitgehende Kontrollmöglichkeiten eingezogen. So soll die Firma NPS (Nething Generalplaner) als externer Projektsteuerer sowohl die Baufortschritte als auch die Kostenentwicklung permanent im Blick behalten.

In einem Rahmenvertrag mit 25 Jahren Laufzeit soll geregelt werden, wie eventuelle Streitigkeiten zwischen den Partnern gehandhabt werden. So muss der Verein jederzeit seine wirtschaftlichen Verhältnisse offen legen. Im Falle einer Kostensteigerung soll eine Obergrenze eingezogen werden, um das Risiko für die öffentliche Hand zu begrenzen.

BBU’01: Steigende Mitgliederzahlen

Nachwuchsarbeit Die Mitgliederzahlen der Basketballer sind zuletzt stark gestiegen. Mit Stand Januar zählte die BBU’01 2940 Mitglieder, darunter 766 Kinder und Jugendliche. Am aktiven Spielbetrieb nehmen derzeit 25 Jugendmannschaften und 9 aktive Mannschaften teil, darunter die zwei Jugendteams in den Nachwuchsligen JBBL und NBBL. Auf dem Kuhberg im Grünen Winkel betreibt der Verein bereits ein Sportinternat. Seit 2014 widmet sich der Verein dem Thema Inklusion mit dem Projekt „Rollstuhlbasketball macht Schule“. Mit dem Orange Campus plant der Verein, dieses Engagement zu intensivieren.

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