Ulm Neue Werkstatt für Lokomotiven in Ulm

JÜRGEN BUCHTA 10.08.2012
Ende kommenden Jahres soll das neue Werk für Regionalbahnen neben der Beringerbrücke in Betrieb gehen. Am Donnerstag haben die Handwerker Richtfest gefeiert. Dazu hatte sich viel Prominenz versammelt.

Sie erscheint riesig, die neue Werksanlage auf dem Rangierbahnhof westlich der Beringerbrücke. Über 230 Meter erstrecken sich die Hallen und Verwaltungsgebäude, die in den zurückliegenden Monaten entstanden sind. In den Werkstätten sollen von Ende 2013 an Loks und Wagen der Bahn gewartet und instandgehalten werden.

Mittlerweile sind die Rohbauarbeiten beendet. Am Donnerstag feierten die Handwerker ihr Richtfest: Dutzende hochrangige Mitarbeiter der Bahn, des Ulmer Rathauses und anderer Behörden, Gemeinderäte und Vertreter der Wirtschaft hatten sich dazu versammelt. Besonderer Gast war Winfried Hermann, baden-württembergischer Minister für Verkehr und Infrastruktur.

Hermann strich die Bedeutung heraus, die die grün-rote Landesregierung dem Ausbau von Bahnanlagen zumesse. Werde alles wie geplant umgesetzt, so sagte er, dann werde die Verbesserung der Bahninfrastruktur in den nächsten 15 bis 20 Jahren große Schwerpunkte setzen. Darunter falle auch die Elektrifizierung der Südbahn, die das Land zur Hälfte finanziere. Die Planfeststellung laufe wie erwartet; er rechne damit, dass sie 2013 abgeschlossen wird. Jetzt gehe es darum, dass sich der Bund zur Finanzierungsvereinbarung verpflichte.

Hermann hatte angesprochen, dass das Land das neue Ulmer Regionalwerk nicht mitfinanziere. Diese Vorlage griff der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig sofort auf: "Auch wenn Sie nicht gleich was mitbringen", sagte er an Hermann gewandt: Für einen Minister werde es immer teuer, wenn er nach Ulm kommt. Eine Abordnung aus Interessenvertretern des SB-Konzepts im Ulmer und Neu-Ulmer Raum werde ihn demnächst besuchen. Zweck der Fahrt sei herauszufinden, wie tatkräftig das Land dieses Vorhaben unterstütze.

Auch gegenüber der Bahn zeigte sich Wetzig nicht frei von Wünschen: "Wir brauchen mehr Flächen für unser städtebauliches Citybahnhofs-Projekt", sagte er.

Aus den Reihen des Bahn-Managements waren Andreas Moschinski-Wald, Vorsitzender der Regionalleitung Baden-Württemberg, und Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter für das Land Baden-Württemberg, präsent. Fricke hob hervor, dass sich das Projekt in die Umgestaltung des gesamten Ulmer Hauptbahnhofs einbette. Nicht nur, dass der eine siebte Zulaufstrecke erhalte: die durch einen Tunnel geführte Schnellbahntrasse. Auch ein neues Bahnhofgebäude soll entstehen und ein neuer unterirdischer Zugang zu den Gleisen.