Baustellen Schon wieder neue Wege am Ulmer Hauptbahnhof

Ulm / Chirin Kolb, Frank König 21.02.2018
Neue Lage wegen der Baustellen am Bahnhof: Der Taxistand zieht am 5. März an die Post, für Fußgänger werden Wege weiter.

März: An jenem Montag ändert sich wieder einiges am Ulmer Hauptbahnhof. Betroffen sind vor allem Fußgänger, aber auch Taxi-Kunden. Denn der Taxi-Stand wird von der Bahnhofstraße wieder fast an den alten Standort vor der Post verlegt. Auslöser aller Änderungen sind zwei große Bauprojekte: zum Einen der Tiefgaragen-Bau vor dem Bahnhof, zum Anderen der beginnende Abriss des Hauses Bahnhofplatz 7.

Letzterer ist Auslöser für den Umzug des Taxi-Standes. Um Platz für die Abrissarbeiten zu schaffen, müssen die Taxis am Eingang zur Bahnhofstraße weichen. Drei Ahorne wurden bereits vergangene Woche gefällt. Die Fahrbahn wird umgebaut und rückt weiter weg vom Haus Bahnhofplatz 7, also Richtung Diagonale, berichtet Eva Zimmermann von der städtischen Koordinierungsstelle Großprojekte.

Der Abbruch zieht weitere Umbauten nach sich, beispielsweise an den Fußgängerüberwegen über die Friedrich-Ebert-Straße. Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch einige Wochen, „voraussichtlich bis Ende März“. Akut werden neue Wegeführungen aber schon ab 5. März.

Fußgänger Wer aus dem Bahnhof kommt, geht zu Fuß bis zur Friedrich-Ebert-Straße. Der Weg rüber zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) führt dann auf dem ehemaligen Haltestellensteig 2 entlang nach Süden. Zum ZOB Ost wird der Weg dadurch kürzer und sicherer, sagt Zimmermann. „Viele gehen derzeit als Abkürzung an den Gleisen entlang, obwohl es untersagt ist.“ Wer allerdings zum ZOB West jenseits der Bahngleise will, hat künftig einen weiteren Weg: Er muss bis zum ZOB Ost gehen, schwenken und die halbe Strecke zurück bis zum Fußgängersteg laufen. Die Stadtverwaltung empfiehlt deshalb, am besten gleich am Bahnhof die Straßenbahn bis zum Ehinger Tor zu nehmen und von dort über die Schillerstraße zum ZOB West zu gehen. Um den Fußgängern durch das Gewirr der neuen Wegeführung zu helfen, werden am 5. und 6. März wie bei früheren gravierenden Änderungen mehrere Lotsen am Bahnhof bereitstehen.

Autofahrer Dem neuen Taxi-Stand  hinter der Post fallen sieben Stellplätze zum Opfer. Bestehen bleiben vier Behindertenparkplätze und sieben öffentliche. Davon sind drei Kurzzeit-Parkplätze für fünf Minuten – die so genannten Kiss & Ride-Plätze. Dort wird es also bald deutlich enger zugehen. Es bleiben allerdings direkt gegenüber unverändert die Parkplätze der Deutschen Bahn.

Taxi Die Taxis rücken mit dem neuen Stand also wieder deutlich näher an den Bahnhof heran, worüber Andrea Berger und Ethem Gündogan von der Taxi-Genossenschaft am Dienstag bei einer Ortsbesichtigung erleichtert waren. Von den etwa 70 Taxen in Ulm stellen sich 15 bis 20 am Hauptbahnhof auf. Der neue Lageplan für den Taxistand sieht vor: Drei Taxen stehen in Längsrichtung vorn an der Westseite der Post. Damit die Fahrgäste mit Gepäck vernünftig einsteigen können, wurden die Parkbuchten etwas verbreitert. Daran schließen sich nach Norden nochmal sieben Taxenplätze an. Außerdem gibt es neu fünf Nachziehplätze an der Abfahrt zur Theater-Tiefgarage.

Gündogan erwartet zwar eine komplexe Gemengelage, wenn hier vor allem am Freitagabend viele Bahnfahrer ankommen und von Familie und Freunden abgeholt – und dann Sonntagnachmittag zurückgebracht – werden. Die Taxifahrer sind dennoch froh über die Plätze am Bahnhof. Auf der anderen Straßenseite waren sie ein Jahr lang nicht nur abgehängt, sondern bewegten sich in einem Spannungsfeld mit vielen Fußgängern und dem Lieferverkehr für C&A und Galeria. Auch der Baustellenlärm der Sedelhöfe war nicht leicht zu ertragen.

Die Taxifahrer haben ohnehin mit den schwierigen Verkehrsverhältnissen wegen der Baustellen zu kämpfen. Sie leiden nach Gündogans Worten auch darunter, dass Unternehmen bei den Spesen sparen, ihre Mitarbeiter abends nach Hause fahren lassen und daher die Fahrgäste aus Hotels und Gastronomie fehlen. Außerdem stellten taxi-ähnliche Mietwagen, die laxeren Vorschriften unterliegen, eine erhebliche Konkurrenz dar. Gleichwohl liegt nach Andrea Bergers Worten der Fahrpreis in Ulm mit rund 14 Euro pro fünf Kilometern am unteren Ende der Skala.

Neue Behelfstreppe geht verspätet in Betrieb

Steg Am Hauptbahnhof geht nun auch die neue behelfsmäßige Treppenanlage am Bahnhofsteg in Betrieb – voraussichtlich heute. Die teils verkleidete Treppe sollte, wie berichtet, am Montag auf der Westseite des Stegs bereitstehen. Dann wurde klar, dass der Steg oberhalb der Behelfs­­treppe vereist ist, so dass die Ebu erst Salz streuen mussten. Die neue Behelfs­treppe ersetzt die bisherige Blechkonstruktion. Die Anbauten am Steg sind nötig, weil er sonst in die Baugrube der Tiefgarage führen würde. Die Treppe soll nicht zuletzt einen besseren Schutz vor Absturz bieten.

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