Bühne Neue Spielzeit im Theater Neu-Ulm

Neu beim Theater Neu-Ulm: Melanie Schmidt.
Neu beim Theater Neu-Ulm: Melanie Schmidt. © Foto: Nick Körber.
Neu-Ulm / Helmut Pusch 04.09.2018
Die Bühne legt  zu – beim Programm, aber auch personell.

So viel Theater war noch nie in Neu-Ulm. Denn in der kommenden Spielzeit wollen Claudia Riese und Heinz Koch in ihrer kleinen Bühne am Neu-Ulmer Petrusplatz bis zu acht Produktionen zeigen. Bis zu acht? Die genaue Zahl steht noch nicht fest, denn die beiden, die seit 40 Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen, vor 25 Jahren ein eigenes Theater gründeten und nun schon seit sieben Jahren mit ihrer Bühne am Neu-Ulmer Petrusplatz residieren, wollen sich noch einige taufrische Stücke anschauen, bevor sie sich dafür entscheiden, sie in Neu-Ulm zu spielen. Denn darauf ist Heinz Koch stolz: „Wir wollen möglichst aktuelle Stücke spielen.“

Die Saison startet am 14. September aber mit einer Wiederaufnahme: Gladys Heppleworths „Fünf Frauen und ein Mord“. Die erste Premiere ist dann am 12. Oktober Patricia Melos „Zwei Frauen und eine Leiche“. Und dann wird’s üppig. Denn in Anthony Neilsons „Frohes Fest. Eine schöne Bescherung“ werden sieben Darsteller auf der Bühne stehen. Zwar gab es im Theater Neu-Ulm mit den Musical-Produktionen „Sekretärinnen“ und „No(n)nsense“ schon bis zu elf Mitwirkende, das war aber noch im alten Domizil im mittlerweile abgerissenen Konzertsaal, der bis zu 200 Zuschauern Platz bot. Die jetzige Bühne am Petrusplatz fasst aber nur 78 Zuschauer. „Mit einer so großen Produktion loten wir unsere Grenzen aus“, sagt denn auch Koch.

An Silvester gibt es wieder eine Eigenproduktion, die eventuell auch en suite gespielt wird. Das hängt davon ab, wie Claudia Riese und Heinz Koch die Stücke gefallen, die sie bis Weihnachten anschauen wollen. Fest steht allerdings schon die Premiere am 15. Februar: Die Bühnenadaption von Til Schweigers Erfolgsfilm „Honig im Kopf“.

Nicht nur programmatisch, auch personell ist das Theater Neu-Ulm gewachsen, um eine feste Stelle: Melanie Schmidt hat in der Akademie für darstellende Kunst ihre Schauspiel-Ausbildung gemacht. Sie wird auch auf der Bühne stehen, etwa im neuen Klassenzimmerstück „Miriam, ganz in Schwarz“. Das Stück, das von Schulen gebucht werden kann, handelt von einem Mädchen mit einem morbiden Hobby: Miriam besucht gerne Beerdigungen und erklärt nun ihrer Klasse, warum sie das tut. Melanie Schmidt ist aber nicht nur Schauspielerin: Die 29-Jährige kümmert sich auch um alle anderen Belange einer Bühne, lernt das Theatermachen von der Pike auf. Bekanntlich suchen der 72-jährige Koch und Claudia Riese (57) einen Nachfolger, der die Bühne weiter umtreibt. Ob Melanie Schmidt diese Nachfolgerin sein könnte, ist aber noch völlig offen.

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