Es wird nicht nur auf Straßen und in Neubaugebieten gebaut, sondern auch an markanten Stellen in der City – und sogar in Söflingen. Da die Neubauten zum Umfeld passen sollen, berät der Gestaltungsbeirat den Gemeinderat und die Verwaltung bei diversen Projekten. In der Sitzung am Donnerstag standen das Haus Neue Straße 83, die abgespeckte Basketball-Gymnastikhalle der TSG Söflingen und ein Studentenwohnheim an der Heidenheimer Straße im Fokus der Empfehlungen.

Neue Mitte

Das Bauvorhaben in der Neuen Mitte, das Gebäude Neue Straße 83 vor allem in den oberen Stockwerken umzubauen, zieht sich bereits seit drei Jahren hin. Zur Orientierung: Das deutlich sanierungsbedürftige Haus, Baujahre 1952/53, liegt zwischen der „Oberen Stube“ mit ihren markant roten Lamellen und dem SWU-Service-Center. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes backt die „Back-Factory“, im Obergeschoss ist ein Sushi-Restaurant. Im schmalen Zwischenbau hin zur Oberen Stube hat sich unten eine „Subway“-Filiale eingemietet. Diese Mieter wollen alle bleiben, während das Haus ab dem zweiten Obergeschoss bereits leer steht.

Wie berichtet, soll das Gebäude bis auf das Erd- und das Obergeschoss abgerissen werden. Auf diesen so genannten Deckel wollte der damalige Investor in Holzständer-Bauweise drei neue Etagen aufsetzen. Allerdings stellte sich heraus, dass dieser Plan aus statischen und aus Brandschutzgründen nicht realisierbar war. Der Bauträger sprang ab. Jetzt plant ein privater Investor ein tragfähigeres Konzept „aus Holz oder Stahl und einem Geschoss weniger“, betonte der beauftragte Architekt Adrian Hochstrasser.  „Das begrüßen wir, denn nun sind etwa alle Häuser gleich hoch“, sagte Beiratsmitglied Architektin Julia Klumpp. Nur: Die Fensteranordnung sollte nicht so willkürlich aussehen. In den oberen Geschossen sind verschieden große Wohnungen bis hin zu Maisonetten geplant. Baubürgermeister Tim von Winning fasste zusammen: „Dieses Modell fügt sich extrem gut in die Umgebung ein.“

TSG Söflingen

In der Harthauser Straße ist das einst angedachte „Raumschiff Sportopia“ der TSG Söflingen endgültig vom Tisch. Stattdessen beginnt die Planung eines abgespeckten soliden Hallenprojekts – für 7,5 statt 10 Millionen Euro. Zwischen „Landerhalle“ und Theodor-Pfizer-Halle soll ein dreigeschossiger Kubus an den Hang gebaut werden. Dazu stellte gestern Architekt Thomas Schulz von der Architekturwerkstatt Generalplaner fünf Varianten vor für den „heterogenen Sportkomplex auf drei Ebenen“: Vorgesehen sind auf jeden Fall Gymnastikräume und darüber aus statischen Gründen die Basketballhalle. Weiter braucht die TSG einen Check-in, ein Foyer, einen Übungsleiterraum und sieben Umkleideräume. Plus einen Aufzug, damit alles barrierefrei erreicht werden kann. Wo genau die Nebenräume die Basketballhalle flankieren, ist noch völlig offen. Die beratenden Architekten fragten, ob es möglich sei, dass die neue Halle zwei Meter tiefergelegt wird, damit die Basketballhalle ebenerdig liegt und die „angeberische Höhe“ (Architektin Doris Grabner) verschwindet.

Studentenwohnheim

In der Heidenheimer Straße 10, das ist das brachliegende Grundstück gleich hinter der Bahnunterführung, soll ein  Studentenwohnheim mit 35 Appartements entstehen. Bauherr ist ein Privatmann, der das Wohnheim auch betreiben will. In einer Sitzung im Juni hatte der Gestaltungsbeirat bemängelt, dass der Gebäudekomplex gegenüber dem Nachbarhaus zu mächtig daherkomme. Also hat Architekt Marcel Friede vom Büro Gross zum Nachbarn hin nur noch drei Geschosse geplant und den „Turm“ auf insgesamt sieben Etagen aufgestockt. Im Erdgeschoss können Fahrräder abgestellt werden und unter dem Studentenwohnheim entsteht eine Tiefgarage. Ob man die Aus- und Einfahrt an die Kurve der Heidenheimer Straße legen kann, muss verkehrsrechtlich noch geprüft werden. Ansonsten werde der freie Platz dort „elegant besetzt“, sagte Julia Klumpp. Nach der Überarbeitung habe man nun ein „aufgeräumtes und präzises Ergebnis“.

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Beirats-Architekten geben nur Anregungen

Gremium Den Vorsitz des Ulmer Gestaltungsbeirats hat Prof. Markus Neppl vom Karlsruher Institut für Technologie. Weitere Berater sind die Architekten Julia Klumpp (Stuttgart) und Detlef Sacker (Freiburg) sowie Landschaftsarchitektin Doris Grabner (Freising). Dabei sind Baubürgermeister Tim von Winning, Volker Jescheck (Innenstadtdialog) und Stadträte.