Ulm Neue Kinderstiftung nimmt ihre Arbeit auf

Der Arbeitskreis Ausländische Kinder war am Mittwoch Gastgeber für die Vorstellung der neuen Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller.
Der Arbeitskreis Ausländische Kinder war am Mittwoch Gastgeber für die Vorstellung der neuen Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / VERENA SCHÜHLY 05.11.2014
Die neue Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller möchte Chancen für benachteiligte Kinder bis 17 Jahren eröffnen. Gefördert werden Projekte aus den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit, Sport sowie Einzelfälle.

Für die Beteiligten klingt es fast wie ein Märchen: Drei Geschwister aus der Region wandern in den 1960er Jahren nach Südamerika aus und verkaufen ihren Besitz, um einen finanziellen Grundstock zu haben. In Übersee machen alle ihr Glück. Viele Jahre später – als die zwei Schwestern und der Bruder schon jenseits der 70 und kinderlos sind – kommen sie auf die Idee, als Nachlass der alten Heimat etwas zurückzugeben, was sie in ihrer Kindheit selbst an Gutem erfahren haben. Die Geschwister stellen vier Millionen Euro als Kapital zur Verfügung, wollen aber anonym bleiben.

Und so ist es in aller Wirklichkeit zur Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller gekommen, die am 31. Oktober 2013 gegründet wurde und am Mittwoch erstmals an die Öffentlichkeit gegangen ist. Die Geschäftsführung der neuen Stiftung hat die Caritas übernommen. Aber die Stiftung ist ausdrücklich „nicht konfessionsgebunden“, betont Alexandra Stork, die Geschäftsführerin und Regionalleitern der Caritas Ulm: „Wir fördern unabhängig von Herkunft, Kultur, Sprache und Konfession.“

Ziel der neuen Stiftung ist es, benachteiligte Kinder und Jugendliche (bis 17 Jahre) aus der Region zu fördern. Stork: „Kein Kind soll in Armut aufwachsen.“ In Deutschland gelten zwölf Prozent aller Kinder als armutsgefährdet. Wer in Armut aufwächst, hat deutlich geringere Chancen, seine Fähigkeiten zu entwickeln. Die Fördergebiete sind daher die Bereiche Bildung, Kultur, Gesundheit und Sport. Stork: „Unser Ziel ist es, Kindern Startchancen zu eröffnen.“

Zum Kuratorium gehören neben Stork Mathias Abel, Geschäftsführer der Caritas Neu-Ulm/Günzburg, und der Wirtschaftsprüfer Dr. Jörg Waiblinger, über den der Kontakt zu den Stiftern läuft. „Manchen Kindern fehlt das Vorbild, wie man in die Mitte der Gesellschaft kommt. Wer lernt, Verantwortung für sich zu übernehmen und sein Leben in die Hand zu nehmen, ist gerüstet für die Zukunft“, sagt Waiblinger.

Ausgeschüttet werden die Erträge, pro Jahr sind das derzeit rund 60 000 Euro. Was unterstützt die neue Stiftung damit konkret? Zum einen Einzelfälle. Stork: „Wir helfen schnell und unbürokratisch, wo es Versorgungslücken gibt.“ Beispielsweise eine Brille mit Kunststoffgläsern für sportlich-aktive Kinder aus Hartz-IV-Familien.

Zweitens werden Projekte anderer Akteure gefördert, die „nachhaltig etwas zum Besseren wenden“, erklärt Stork. Jetzt zum Beispiel der Arbeitskreis Ausländische Kinder Ulm für seine Herbstferienfreizeit 2014; das Familienzentrum Neu-Ulm für Lernpaten und außerschulische Hausaufgabenbetreuung; das Netzwerk „Frühe Hilfen“, das in der Flüchtlingsunterkunft Römerstraße ein Angebot für Mütter kleiner Kinder macht; die Caritas für das Sozialprojekt „Wir machen mit am Wenzelstein“ in Ehingen; der Förderkreis für werdende Mütter in Bedrängnis.

Mittelfristige Ziele der Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller sind, eigene Projekte zu initiieren und Spenden zu sammeln. Stork und Waiblinger machen deutlich: „Wir sind keine Konkurrenz zu bestehenden Initiativen. Wir wollen uns mit ihnen vernetzen und schauen, was fehlt.“

Weitere Infos und auch Förderanträge finden sich unter www.kinderstiftung-ulmdonauiller.de im Internet. Stiftungsreferentin Annabelle Graulle hat die Tel (0731) 140 18 48.

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