Bundeswehr Von der Leyen bei der Luftwaffe in Laupheim und beim SWP-Forum

Laupheim / Von Thomas Steibadler 26.06.2017
In Anwesenheit der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde am Montag der letzte von 15 neuen Hubschraubern an die Luftwaffe in Laupheim übergeben. Danach ging’s zum SWP-Forum.

Afghanistan, Syrien und Irak, Mali – etwa 80 Angehörige des Hubschraubergeschwaders 64 befinden sich zur Zeit im Auslandseinsatz. Im nächsten Jahr könnten weitere, vielleicht noch gefährlichere Einsätze hinzu kommen. Geiselbefreiungen und Evakuierungsflüge werden dann zum Einsatzspektrum des in Laupheim stationierten Geschwaders gehören. Für solche Spezialkräfte-Aufgaben stehen den Soldaten 15 Transporthubschrauber des Typs H145M zur Verfügung. Zur offiziellen Übergabe der letzten dieser Maschinen ist am Montag Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Laupheim gekommen.

Für die Ministerin ein erfreulicher Termin, denn die Hubschrauber sind nach Angaben des Herstellers Airbus im vereinbarten Zeitrahmen geliefert worden. Im Juli 2013 sei der Kaufvertrag unterzeichnet worden, bereits im Frühjahr 2016 flog das Laupheimer Geschwader die ersten Maschinen. Die Piloten seien begeistert, sagte die Ministerin. Der Hubschrauber, eine militärische Version des H145, sei wendig, leise und einfach zu beherrschen. Zum Stückpreis von gut elf Millionen Euro habe der Hersteller ein „hochmodernes Waffensystem pünktlich auf den Hof gestellt“.

Markus Grübel (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, hatte es sich nicht nehmen lassen, den 15. und letzten Hubschrauber für das Geschwader im Werk in Donauwörth abzuholen. Eskortiert von einem großen Transporthubschrauber des Typs CH 53 und zwei anderen H145M, flog der Helikopter am Nachmittag in Laupheim ein. „Was für ein prachtvoller Anblick war das eben“, sagte Ursula von der Leyen, als die Maschine gelandet war.

Die Ministerin sprach von einem wichtigen Ereignis für die ganze Bundeswehr, denn die Beschaffung des Mehrzweck-Hubschraubers sei ein „Streitkräfte-gemeinsames Projekt“. Demnach gehört die vierte Staffel des Geschwaders zu den Spezialkräften der Bundeswehr. Die etwa 130 Angehörigen der Staffel unterstützen mit ihren 15 Maschinen zum Beispiel das Kommando Spezialkräfte des Heeres und die Kampfschimmer der Marine. Bislang wird noch geübt, im nächsten Jahr sollen die Laupheimer die vorläufige Einsatzbereitschaft (im Militärjargon: Initial operating capability) erreichen.

Dann werden die Soldaten „möglicherweise im globalen Rahmen“ eingesetzt, sagte Luftwaffen-Inspekteur Generalleutnant Karl Müller. Diese Aufgaben stellten hohe Anforderungen an die Professionalität, es gelte, „in anspruchsvollsten Einsätzen zu bestehen“.

Zu Gast im SWP-Forum
Am Abend war von der Leyen zu Gast im vollbesetzten Forum der SÜDWEST PRESSE. Dabei bewies sie, dass sie ein Gefühl für Stimmungen hat. Die 330 Besucher im Ulmer Stadthaus applaudierten, als von der Leyen angesichts der Auslandseinsätze verlangte, nur „bestens ausgerüstete Soldaten“ in die Konfliktgebiete zu schicken. Mit Blick auf den Wahlkampf forderte sie den Koalitionspartner SPD auf, den Investitionen von 32 Milliarden Euro zuzustimmen. Im Gespräch mit SWP-Chefredakteur Ulrich Becker ging es auch um die Debatte des Wehrmachtsgedenkens innerhalb der Truppe.

Löschflüge und Kampfretter

Das Geschwader Zum in Laupheim stationierten Hubschraubergeschwader 64 gehören 1250 Dienstposten, davon sind 270 zivile Mitarbeiter. Das Geschwader verfügt über 40 Transporthubschrauber des Typs CH 53. Solche Maschinen sind bereits seit 1972 in Laup­heim stationiert. Sie werden auch für Rettungsflüge, zum Beispiel bei Flutkatastrophen, sowie zum Löschen von Waldbränden eingesetzt. Zum Geschwader gehören auch so genannte Kampfretter, die unter anderem militärische Evakuierungen ausführen. Die 15 Hubschrauber vom Typ H145M dienen zum Transport solcher Spezialkräfte. Die Maschinen sind kleiner, wendiger und leiser als die großen CH 53. Die beiden Triebwerke leisten jeweils 570 PS, die Reichweite beträgt 660 Kilometer.