Digitalisierung Neue Homepage der Stadt Ulm online

Ulm / Christine Liebhardt 17.07.2018

Es war ein langes, mühsames, schwieriges, aber letztlich erfolgreiches Projekt.“ Sagt Martin Bendel über die neue Homepage der Stadt Ulm, die heute online gehen soll. Das Warten, findet der Finanzbürgermeister, habe sich gelohnt: „Weil es wirklich gut geworden ist.“

Geburtsurkunden bestellen, das Blog des Oberbürgermeisters lesen, kaputte Lampen oder herumliegenden Müll melden: All das geht künftig auf www.ulm.de. Vor allem aber sollen sich Besucher zurechtfinden, sowohl inhaltlich als auch grafisch.

In der Tradition der HfG

„Wir müssen unsere Inhalte mithilfe des Designs so aufbauen, dass man sie findet“, erläuterte Frank Raddatz von der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt gestern beim Pressetermin. Die Themen von Freizeitgestaltung bis Kinderbetreuung seien deshalb erstmals „vom Bürger statt von der Organisationseinheit her“ gedacht. Und die Gestaltung sollte nüchtern sein, „unverwechselbar ulmisch“ und auf alles unnötige verzichten. Man stehe schließlich in der Tradition der Hochschule für Gestaltung.

Heißt: Kacheloptik, wie sie heutzutage Standard ist, wenige Einzelelemente, viel Weißraum. Alles im Namen der Übersichtlichkeit. Neue Elemente sind beispielsweise der sogenannte Newsroom, auf dem die Stadt von ihr auf unterschiedlichen Kanälen und in sozialen Medien veröffentlichte Nachrichten an einer Stelle sammelt, und das OB-Blog, in dessen erstem Eintrag Gunter Czisch gesellschaftlichen Zusammenhalt thematisiert. Die Stadtverwaltung hofft, dass so mehr Interaktion mit den Bürgern entsteht. Kommentieren kann allerdings nur, wer sich zuvor anmeldet. Zumindest theoretisch kann der OB antworten, er hat einen Login.

Ebenfalls neu: Das Portal „Service BW“ ist per Schnittstelle eingebunden. Die Suchfunktion wurde verbessert, zu fast jeder Adresse gibt es eine Karte, auf der man sich zum Beispiel alle Ulmer Schulen oder die aktuellen Baustellen anzeigen lassen kann. Dazu haben 13 städtische Einrichtungen eigene Unterseiten bekommen, etwa die Stadtbibliothek, der Tiergarten und alle Ortschaften. Bestehen bleibt die gemeinsame Startseite mit Neu-Ulm, von der aus man auf die jeweilige Homepage der  Städte gelangt, allerdings im neuen Design.

Auf all das mussten die Bürgerinnen und Bürger in der Tat reichlich lange warten: Eigentlich hätte der Internetauftritt zu Schwörmontag fertig sein sollen – 2016. Doch das ursprünglich mit der Umsetzung beauftragte Berliner Kommunikationsunternehmen Init scheiterte an der Komplexität der Aufgabe, die Stadt zog die Notbremse und trennte sich schließlich. Im Januar übernahm der Heilbronner Dienstleister Indeca. Wobei dessen Geschäftsführer Marcel Appolt betont, dass mehr als 80 Prozent des Portals schon fertiggestellt waren. „Das hat sich erst schlimmer angehört, als es war, aber es war keine technische Katastrophe.“

Weil aber in diesem Jahr der Schwörmontag als Termin auf jeden Fall gehalten werden sollte, hat die Stadt einige zusätzliche Funktionen zunächst zurückgestellt. Sie sind jetzt auf einer Weiterentwicklungsliste, die ab sofort abgearbeitet werden soll. Knapp 700 000 Euro hat die neue Homepage gekostet, wegen der vielen Verzögerungen rund 130 000 Euro mehr als ursprünglich geplant.

Viele Unternehmen beteiligt

8861 Elemente finden sich auf dem Internetauftritt der Stadt Ulm: Seiten, Formulare, Links und Veranstaltungen. „Wir bewegen da einen sehr großen Tanker“, fasst Frank Raddatz zusammen. „Wir müssen alle Bürger ansprechen.“

4 Akteure waren an der Entstehung der Homepage beteiligt. Alles begann mit einem anonymen Gestaltungswettbewerb vor vier Jahren, den Cortex Media gewann. Der Ulmer Internetdienstleister entwickelte das Grafikkonzept. Die technische Umsetzung lag erst beim Berliner Unternehmen Init, dann beim Heilbronner Dienstleister Indeca, der sich auf komplexe Internetprojekte spezialisiert hat. Mit dabei waren auch die Ulmer von City & Bits, die sich als Digital-Coach für Verwaltungen verstehen.

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