Lohnt es sich überhaupt noch, für viel Geld eine neue Biogasanlage zu bauen? „Höchstens eine kleine, denn für Großanlagen mit mehreren Megawatt ist die EEG-Vergütung inzwischen so niedrig, dass sich diese Investition nicht mehr lohnt.“ Das sagte Richard Mair, der Vorsitzende des Vereins Renergie Allgäu, gestern auf den Biogas-Infotagen. Die Fachmesse mit über 130 Ausstellern ist auch noch am Donnerstag, von 10 bis 17 Uhr auf dem Ulmer Messegelände in der Friedrichs­au geöffnet.

Hoffen auf Flexi-Prämie

Die Biogas-Betreiber und solche, die es noch werden wollen, warten jetzt erst einmal ab, was aus der „Flexibilisierung“ wird. Zur Erklärung: Der deutsche Biogasmarkt befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte Altanlagen erreichen langsam das Ende ihrer Laufzeit. Gleichzeitig aber werden aufgrund mangelnder Förderung kaum neue Anlagen gebaut. Jetzt hoffen alle auf die Flexi-Prämie, die den  Zubau von Blockheizkraftwerk-Leistung fördert. So könnte bedarfsgerecht Strom eingespeist werden.

Bis Klarheit herrscht, informierten sich gestern Landwirte über technische Entwicklungen und alternative Nutzpflanzen. Zwar sind Mais und Gras immer noch die häufigsten Gärpflanzen. Aber es werden auch Rüben eingesetzt und Grünroggen, der als ganze Pflanze zur Zeit des Ährenschiebens geschnitten wird. Stark im Kommen sei die Silphie, sagte Mair.  Die „Durchwachsene Silphie“ ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die mehr als drei Meter hoch werden kann und entsprechend Biomasse produziert. „Sie verträgt nasse Standorte und ist wegen ihrer reichen Blüte eine ideale Bienenweide“, erklärte Mair.

Auf weiteren Fachvorträgen geht es am Donnerstag ab 10.30 Uhr um Hofbiogasanlagen im ökologischen Landbau, und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Landtechnik und Tierhaltung, informiert über die Erntetechnik für Körnermaisstroh als Biogassubstrat. Der Eintritt zur Biogas-Messe kostet 20 Euro, für Pro-Biogas-Mitglieder 10 Euro.