Gastronomie Neue Gaststätte im SSV-Bad

Noch ist das Vereinsheim des SSV Baustelle. Aber bald soll dort eine Holzterrasse sein und innen werden ein Lokal sowie eine komplett neue Küche gebaut.
Noch ist das Vereinsheim des SSV Baustelle. Aber bald soll dort eine Holzterrasse sein und innen werden ein Lokal sowie eine komplett neue Küche gebaut. © Foto: Privat
Ulm / ulrike schleicher 06.07.2018

Vor allem die Mitarbeiterinnen am Eingang zum SSV-Freibad müssen Fragen der Vereinsmitglieder über sich ergehen lassen: Was machen die da in der ehemaligen Vereinsgaststätte? Was kommt da rein? Eine Pizzeria, ein griechisches Lokal? Bleibt es Gaststätte? Wann wird eröffnet? Auch über die Großbaustelle – es werden neue Umkleideräume und Toiletten gebaut – reden die Mitglieder. Seit diesem Jahr befindet sich einiges im Umbruch in der Badeanlage, die sich normalerweise  durch Gemächlichkeit und altmodischen Charme auszeichnet.

Die Antworten hat SSV-Präsident Willi Götz. „Natürlich wird es wieder eine Vereinsgaststätte geben“, sagt er auf Anfrage der Zeitung. Der Betreiber werde Jens Gramer, Inhaber des Trendsportladens Fifty-Eight hinter dem Münster. Im Frühjahr sei man sich einig geworden, nachdem die Gaststätte seit September vergangenen Jahres verwaist war. Gramers Konzept habe überzeugt. „Damit können wir ein Stück Modernität, Zeitgeist und Geselligkeit schaffen.“

Kurzer Weg zur Donau

Vorgesehen ist eine Gaststätte – „mit etwa 40 bis 60 Plätzen innen und rund 60 auf der Terrasse“, sagt Gramer. Auf der Speisekarte sollen Pizza, Burger und Pommes, aber auch leichte Speisen stehen. Klassische Gerichte, aber mit „sehr guten Zutaten“, sagt er. Aus einem Kiosk heraus soll es auch Speisen und Getränke auf der Donauseite geben. Ein weiterer Teil des Konzepts: Gramer will Stand-Up-Paddle-Boards verleihen und Kurse anbieten. Das macht er bislang auch schon. Nur in der Innenstadt: „Der Platz hier unten beim SSV ist super. Man muss nur 30 Meter zur Donau rüber und kann loslegen. Ideal für das Stand-Up-Paddeling.“ Ohnehin ist er begeistert von der Friedrichsau: „Hier ist es wunderschön.“

Götz freut sich auf das neue Lokal, das sportliche Events und Treff hervorragend vereine: „Leute aus dem Halo-Fitnesscenter, die Fußballer und die Hockeyspieler sollen nach dem Training rüber kommen.“ Der Vertrag mit Gramer sei auf fünf Jahre ausgelegt: „Es wäre schön, wenn es länger ginge.“

Dass die Eröffnung sich verschiebe – ab Schwörmontag sollen zumindest aus dem Kiosk heraus Getränke und Essen verkauft werden – sei der alten Bausubstanz geschuldet. „Als wir im März begonnen haben, gab es böse Überraschungen.“ Gramer wolle alles richtig machen und beide Seiten nähmen dafür „viel Geld in die Hand“. Viele Gäste sähen den Umbau positiv, so die Erfahrung von Götz und Gramer.

Wenn man wüsste, was genau da passiert, könnte man sich auch freuen“, kritisiert eine 58-Jährige, die seit Jahrzehnten zum Baden kommt, die Informationspolitik des Vereins. Auch andere wunderten sich über die „Geheimnistuerei“.

Brief an den SSV-Vorstand

Für Unverständnis sorge zudem, dass man zwar im Oktober schon alle Spinde räumen musste, um Platz für den Bau der Umkleidekabinen und Toiletten zu machen, den Winter über aber gar nichts passiert sei. „Jetzt haben wir zwei Baustellen und bis vor kurzem nur zwei Toiletten.“ Mütter seien mit ihren Kindern Schlange gestanden. Manche seien so sauer, dass sie ihre Vereinsbeiträge einfrieren wollten, weiß die Frau. Mit Beginn des Freiluftkinos „Donauflimmern“ seien Toiletten dazu gekommen. Die 58-Jährige und andere wollen einen Brief an den SSV-Vorstand schreiben: Der Zustand des Bades sei nicht zufriedenstellend, heißt es. Man freue sich, dass wenigstens das Becken Wasser habe. Seit Mittwoch stehen Infos über die Pläne von Jens Gramer auf der SSV-Homepage. Das hat Götz veranlasst. Die älteren Badegäste sollen Aushänge im Bad informieren. Was den Neubau betrifft, so sei er im Zeitplan und werde im Frühjahr 2019 eröffnet.

Wieder mehr Mitglieder gewonnen

9841 Mitglieder hat der SSV Ulm 1846 hat zum Ende des Monats Juni gezählt. Das sind 100 mehr als vergangenes Jahr, sagt Präsident Willi Götz. „Wenn wir mit dem Tennisklub (TK) fusionieren, sind wir wieder 10 000“, freut er sich.

1200 Badegäste besuchten das SSV Freibad an einem Tag Ende Mai. Damit habe der diesjährige Sommer dem Freibad bereits einen Rekord beschert.

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