Bundeswehr Neue Aufgaben für die Wilhemsburgkaserne

Generalleutnant Jürgen Knappe (Mitte) verabschiedete beim Jahresempfang Generalmajor Klaus Habersetzer (links) als Chef des Stabes des Multinationale Kommandos Operative Führung.Generalmajor Kai Rohrschneider rückt für ihn nach.
Generalleutnant Jürgen Knappe (Mitte) verabschiedete beim Jahresempfang Generalmajor Klaus Habersetzer (links) als Chef des Stabes des Multinationale Kommandos Operative Führung.Generalmajor Kai Rohrschneider rückt für ihn nach. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Willi Böhmer 07.09.2018

Lange Zeit lief das Ulmer Kommando aus der Wilhelmsburgkaserne auch innerhalb der Bundeswehr immer wieder Gefahr, sich für seine Tätigkeit rechtfertigen zu müssen. Diese Phase haben sie hinter sich gelassen, sagte der Befehlshaber des Kommandos, Generalleutnant Jürgen Knappe, gestern beim Jahresempfang im Ulmer Kornhaus. Die neue Aufgabe als Einsatzzentrale für die Nato, die Ansiedlung des neuen operativen Kommandos mit dem Kürzel JSEC, das im Ernstfall für die Nato Verlegungswege für Truppenteile organisieren und sichern soll, und obendrein die bislang bereits bestehende Bereitschaft, als Hauptquartier für Truppen der Europäischen Union in Auslandseinsätze geschickt zu werden, hätten die Zweifel weggewischt. Heute sei der Bundeswehrstandort Ulm sicher.

Abschied und Anfang

Es waren turbulente Jahre, bis das erreicht wurde, sagte Knappe. Dann verabschiedete er einen, der in den vergangenen sechs Jahren dafür wesentlich mit die Weichen stellte: Generalmajor Klaus Habersetzer, ungewöhnlich lange Chef des Stabes des Multinationalen Kommandos Operative Führung. Er wechselt auf den Kommandeursposten des Zentrums für Luftoperationen der Bundeswehr. Für ihn rückt Generalmajor Kai Rohrschneider nach. Der Befehlshaber zog Parallelen zwischen der Entwicklung der Bundeswehr in Ulm und der Karriere Habersetzers, der 1977 als Offiziersanwärter in die Bundeswehr eingetreten war.

Damals stand noch die Landesverteidigung als Aufgabe der Truppe im Vordergrund. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde diese durch Auslandseinsätze ersetzt. Inzwischen gibt es erneut einen Wechsel zurück zur Bündnis- und Landesverteidigung. Das wirkt sich auch auf das Ulmer Kommando aus.

Seit dem 1. Juli steht das Ulmer Kommando für Nato-Einsätze in Bereitschaft. Ruft die Nato und stimmt die Bundesregierung zu, soll es multinational zusammengesetzte Truppen des Bündnisses in Auslandseinsätzen führen. Die Voraussetzung dafür, die Nato-Zertifizierung, absolvierte das Kommando in einer mehrtägigen Übung im norwegischen Nato-Trainingscenter in Stavanger mit hervorragenden Ergebnis, berichtete Knappe. Eineinhalb Jahre bereitete sich die Ulmer Truppe darauf intensiv vor.

Nach diesem Stresstest kam eine neue Aufgabe: JSEC, das Joint Support and Enabling Command der Nato, wird zusätzlich zu dem bestehenden Kommando in die Wilhelmsburg einziehen. Es wird auch deshalb viel zu tun geben für den neuen Stabschef, Generalmajor Kai Rohrschneider. Er trat 1983 als  Offiziersanwärter des Heeres in die Bundeswehr ein. Mit Multinationalen Aufgaben ist er vertraut: Nach der Generalstabsausbildung absolvierte er in Großbritannien am Joint Services Command and Staff College eine zusätzliche Ausbildung. Und er führte nicht nur Truppenteile der Bundeswehr im Inland, sondern war 2006 und 2009/10 auch als Chef des Stabes und später Kommandeur der Bundeswehr im heftig umkämpften Kundus im Norden Afghanistans im Einsatz. Dieser Einsatz zählte zum Gefährlichsten, was die Bundeswehr je zu bestehen hatte, sagte Knappe.

Info Am Bundeswehr-Standort Ulm/Dornstadt sind derzeit mehr als 4000 Soldaten stationiert.

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