Ulm „Neue Apotheke“ wird neu gebaut

Ulm / Christine Liebhardt 31.08.2018
In der Bahnhofstraße soll ein kleines Ärztehaus mit ein paar Wohnungen entstehen. Bauherr ist ein Apotheker.

„Es ist der zweite Wiederaufbau der Stadt Ulm.“ In der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vor den Ferien nahm Chef-Stadtplaner Volker Jescheck große Worte in den Mund, was die geplante Neubebauung in der Bahnhofstraße angeht. Worum geht es? In der Fußgängerzone, gegenüber von Sport Sohn, an der Ecke Richtung Deutschhaus, soll das jetzige Gebäude abgerissen werden und stattdessen ein kleines Ärztehaus entstehen, mit einer Wohnung obendrauf und einer Apotheke untendrin. Das Projekt heißt so wie die dortige Pharmazie: Neue Apotheke.

Bauherr ist denn auch Apotheker Alfred Rohmer, der sein Geschäft bereits seit 1982 am Standort mit der Hausnummer 13 betreibt. Ihm gehört das Grundstück. Das alte Gebäude will er wegen baulicher und energetischer Mängel ersetzen – und weil mit dem Abriss des Gebäudes Bahnhofplatz 7 in unmittelbarer Nachbarschaft ein Ärztehaus weggefallen ist, das ihm viel Kundschaft gebracht hat, wie der Apotheker auf Nachfrage erklärt. Das neue Geschäft soll größer und moderner werden.

Weil sich im direkten Umfeld mit vielen Neubauten wie am Bahnhofplatz sowie den Sedelhöfen und der Neugestaltung der Fassade von Peek & Cloppenburg viel tut, ist der Stadtverwaltung daran gelegen, die Neue Apotheke in Grundfläche und Höhe an die kommenden Verhältnisse anzupassen. „Mein kleiner Bau ist momentan nur ein Anhängsel“, sagt Rohmer. Sein direkter Nachbar, die Südwestbank, hatte bereits vor einigen Jahren neu gebaut. Man müsse jetzt neuen Anforderungen genügen, er freut sich aber auch auf „etwas Neues“, versichert Rohmer.

Bis zu neun Meter weiter soll die Neue Apotheke über die bisherige Grundstücksgrenze in den öffentlichen Raum hinausragen, es verengt sich also der Durchgang Richtung Parkhaus. In die Höhe geht es knapp 25 Meter mit sechs Vollgeschossen. Das bestehende Haus sieht das Rathaus als Relikt aus der Zeit des Wiederaufbaus – des ersten, jenem direkt nach 1945, wohlgemerkt. Im Moment finden sich über der Apotheke Büros und eine Wohnung. Bis es zum Neubau kommt, wird es jedoch noch dauern: Wegen der Belastung durch die vielen Baustellen in unmittelbarer Nähe haben Stadt und Bauherr vereinbart, dass erst im Jahr 2020 mit dem Projekt begonnen werden soll. Für den Apotheker ist das in Ordnung: „Das hat sich durch die Umstände so ergeben, aber das geht schnell, das sind keine zwei Jahre mehr.“

Anspruchsvolle Fassaden

Im Entwurf des Neu-Ulmer Architekturbüros Nething sieht Volker Jescheck „die Überwindung eines zu bescheidenen Maßstabs“, von dem die Fußgängerzone an dieser Stelle geprägt sei. Er zeigte sich begeistert von den „sehr anspruchsvollen Fassaden“. Das Gebäude tue der Innenstadt an dieser Stelle gut, weil es den „viel zu großen Hinterhof bei Kaufhof“ auffange und „umspült von öffentlichem Leben“ sei. Und Baubürgermeister Tim von Winning sieht in der Neuen Apotheke ein „Bekenntnis zur Ulmer Innenstadt“.

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Zahlreiche Baustellen in der Nähe

Logistik In unmittel-
barer Nähe der Neuen Apotheke gibt es zahlreiche Baustellen: das Parkhaus am Bahnhof, die Straßenbahnlinie 2, die Sedelhöfe sowie den Bahnhofplatz 7. Weil das viele Belastungen mit sich bringt, haben Stadt und Bauherr vereinbart, dass mit dem Bau erst dann begonnen wird, wenn das Projekt Bahnhofplatz 7 soweit abgeschlossen ist, dass es keine öffentlichen Flächen mehr beansprucht – voraussichtlich ist das 2020 der Fall.

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