Ulm Neubau bewegt sich auf Goldkurs

JÜRGEN BUCHTA 07.06.2013
Es dauert zwar etwas länger als geplant, bis die Stadtwerke den Neubau an der Karlstraße beziehen können. Die gute Nachricht aber lautet: Der vor drei Jahren gesetzte Kostenrahmen soll eingehalten werden.

Heute ist es so weit. Heute werden die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) den neuen Bürokomplex gegenüber ihrem Glaspalast an der Karlstraße 3 (K 3) einweihen. "Beim Bau dieses Centers", sagt Peter Buck, Geschäftsführer der IVU Immobilien-Verwaltungsgesellschaft Ulm, die das Center finanziert und die Arbeiten organisiert hat, "hatten wir die technisch größten Herausforderungen zu meistern."

Der Bürokomplex ist zwar auf einem Gelände hochgezogen, das den SWU gehört. Sein Bauherr ist aber die IVU Ulm, eine speziell für das Ulmer Projekt gegründete Tochterfirma der IVU in Friedrichshafen, die wiederum der Fränkel AG gehört - das einst in Bad Waldsee gegründete Unternehmen ist mittlerweile 150 Jahre alt. Eigentümer des Neubaus ist seit 1. März die Versorgungsanstalt für Ärzte.

Der fünfstöckige Gebäudekomplex mit rund 16 000 Quadratmeter Nutzfläche im Areal zwischen Karl-, Neutor- und Wilhelmstraße ist das bisher größte Investitionsprojekt in der Geschichte Fränkels, betont Buck. Der Geschäftsführer ist stolz darauf, "dass sein Bau zu exakt dem Preis erstellt worden ist, der vor drei Jahren vereinbart wurde" - in Bezug auf die reine Bauinvestition: 30,5 Millionen Euro. Hinzu kommen 1,3 Millionen für die Installation modernster Technik, von der bei Vertragsabschluss keine Rede war, macht zusammen 32 Millionen Euro. Allein die Installation einer energiesparenden Lichttechnik schlage mit 400 000 Euro zu Buche.

Bei Baubeginn im November 2010 ging man davon aus, dass der Komplex den SWU am 14. Dezember 2012 übergeben werde. Dieser Zeitplan ließ sich nicht halten, die Übergabe fand am 28. Februar statt. Seither sind rund 200 SWU-Mitarbeiter dort einzogen. "Der Boden, auf dem die Gebäude steht, musste ausgetauscht werden", berichtet Buck. Zwar war vor Baubeginn bekannt, dass der Boden nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Bauschutt und Müll aufgefüllt worden war. Das ganze Ausmaß zeigte sich allerdings erst nach Abriss der Häuser, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit auf diesem Areal hochgezogen worden waren.

Aus der Vogelperspektive betrachtet hat der Neubau entlang der Neutorstraße die Form eines Schlüsselbarts. Unter dem Haus liegt eine Tiefgarage. Daneben entstand ein 62 Meter langer, gleichfalls fünf Stockwerke hoher Bau, dessen Front zur Karlstraße blickt.

"Hinsichtlich der Energieerzeugung und Energienutzung ist das, was jetzt in Betrieb genommen wird, ein richtungsweisendes Vorzeigemodell", hält Buck stolz fest, der auch in der Fränkel AG die Geschäfte führt. Das Gebäude überzeuge vor allem mit seiner ökologischen Ausrichtung. "Ein gutes Beispiel für das gelungene Zusammenspiel von Optik, Ökonomie und Ökologie ist die innovative Fassade des Komplexes", sagt er. Sie stecke voller raffinierter Technik, etwa für die Be- und Entlüftung sowie den Wärme- und Schallschutz. Da wundere es nicht, dass das Projekt bereits mit einem Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ausgestattet wurde.

"Das Gebäude sieht nicht nur gut aus, es erfüllt also auch höchste Ansprüche an Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit", sagt Buck. Die abschließende Bewertung der Gesellschaft steht zwar noch aus. Er ist sich jetzt schon sicher: "Wir bewegen uns dabei auf Gold-Kurs."

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