Bauprojekt 2020 bekommt Neu-Ulm ein neues Zentrum

Die Tage des LEW-Gebäudes auf dem Heiner-Metzger-Platz sind gezählt.
Die Tage des LEW-Gebäudes auf dem Heiner-Metzger-Platz sind gezählt. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 01.08.2018
Am Heiner-Metzger-Platz entsteht ab 2020 ein großer Gebäudekomplex mit Stadtbibliothek, Generationentreff und mehr.

Der Neubau auf dem Heiner-Metzger-Platz in Neu-Ulm steht längst noch nicht, aber die Liste der Begehrlichkeiten wird immer länger. Wie berichtet, soll das alte LEW-Gebäude, in dem auch die Stadtbibliothek untergebracht ist, durch einen neuen Komplex samt Tiefgarage mit über 200 Stellplätzen ersetzt werden. Das Bauvorhaben wird die Stadt selbst durchziehen, die dafür eigens eine Projektentwicklungsgesellschaft gründen wird. Investiert wird ein Betrag zwischen 50 und 60 Millionen Euro. Baubeginn soll frühestens im Jahr 2020 sein.

Schon im Dezember vergangenen Jahres war den Neu-Ulmer Stadträten ein Testentwurf vorgelegt und wirtschaftlich bewertet worden. Seinerzeit war aber noch nicht klar, wer das Projekt umsetzen wird. Die Stadtverwaltung hatte sich zuvor auf die Suche nach Investoren begeben und zur Kenntnis nehmen müssen, dass kaum Partner aus der freien Wirtschaft zu finden waren. Zwei Modelle waren von vorneherein ausgeschlossen worden: Aufgrund der hohen Kosten konnte keine Bauabwicklung über den normalen Haushaltsplan stattfinden. Auch der städtischen Wohnungsgesellschaft Nuwog konnte das Projekt nicht übertragen werden. Diese ist mit dem Bau von Sozialwohnungen ausgelastet.

Stadtrat berät schon intensiv

Also fokussierte sich alles darauf, eine eigene Projektentwicklungsgesellschaft zu gründen. Diese hat der Stadtrat unlängst auf den Weg gebracht. Die Geschäftsführung wird zunächst Stadtkämmerer Berthold Stier übernehmen. Die Gesellschaft soll mit einem Aufsichtsrat ausgestattet werden, in den Vertreter des Stadtrats gewählt werden.

Im Stadtrat wird schon intensiv über die künftige Nutzung gesprochen. Die Stadtbibliothek soll dort wieder untergebracht werden, mit einem Platzbedarf von über 2500 Quadratmetern. Ob sie durch eine Geschichtsbibliothek ergänzt wird, steht noch nicht fest. Noch lagert die Stadt ihre Exponate ein, sie sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auch der Generationentreff soll im neuen Gebäude eingerichtet werden. Der Platzbedarf beträgt knapp 900 Quadratmeter. Im Test­entwurf, der den Stadträten im Dezember 2017 vorgelegt worden war, ist auch die Rede von einer Gastronomie, von Flächen für Handel und Gewerbe, für Büros, Praxen und für Wohnungen.

Raum für Ehrenamtsbörse?

Ganz neu ist eine Idee der beiden F-Fraktionen im Stadtrat, also von FWG und FDP, die dazu gleich einen Antrag an den OB geschrieben haben. Sie fordern, dass ins neue LEW-Gebäude ein „umfassendes Haus des Ehrenamts“ eingefügt wird. Dort könnte dann die Ehrenamtsbörse eingerichtet werden, man könnte Räumlichkeiten für Vereine und Initiativen schaffen und einen Vortragssaal für etwa 200 Besucher vorsehen.

Das Büro Albrings und Müller, das für die Stadt das Modell der eigenen Investorengesellschaft vorgeschlagen hatte, warnte in ihrem Papier, das Projekt dürfe nicht zu einer politischen Bühne werden. Es mahnte Einigkeit zwischen den Fraktionen an. Dies sei für die Vermarktung, also den späteren Verkauf der privaten Einheiten wichtig.

Vertiefte Planungen beginnen erst noch

Zeitplan Was zum Neubau auf dem Heiner-Metzger-Platz vorliegt, ist ein Klötzchen-Modell, das den hufeisenförmigen Gebäudekomplex zeigt. Bis zum Herbst soll laut Kämmerer Berthold Stier die Projektentwicklungsgesellschaft stehen. Danach könne mit vertieften Planungen begonnen werden. Eine Herausforderung, so Stier, sei der Bau der Tiefgarage. Möglicherweise werde man den Heiner-Metzger-Platz deshalb abbauen und in leicht veränderter Form wieder aufbauen müssen. Zur Ludwigstraße hin soll ein Zugang zur Tiefgarage entstehen. 2019 wird geplant, 2020 eventuell schon gebaut.

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