Neu-Ulm Neu-Ulmer OB-Kandidat Detlef Kröger nominiert

Detlef Kröger (Mitte) will im März Neu-Ulmer Oberbürgermeister werden. Ihn unterstützen die Ortsvorsitzenden von fünf Parteien und Gruppierungen (von links): Klaus Rederer (Grüne), Rudolf Erne (SPD Pfuhl/Burlafingen), Andreas Schuler (FWG), Alfred Schömig (FDP) und Alexander Schilling (SPD Neu-Ulm). Foto: Lars Schwerdtfeger
Detlef Kröger (Mitte) will im März Neu-Ulmer Oberbürgermeister werden. Ihn unterstützen die Ortsvorsitzenden von fünf Parteien und Gruppierungen (von links): Klaus Rederer (Grüne), Rudolf Erne (SPD Pfuhl/Burlafingen), Andreas Schuler (FWG), Alfred Schömig (FDP) und Alexander Schilling (SPD Neu-Ulm). Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 26.10.2013
Gefeiert von SPD, Grünen, FWG und FDP, ist Dr. Detlef Kröger zum OB-Kandidaten nominiert worden. Er will für einen neuen Politikstil stehen. Nach dem Motto: "Ein Herz für alle Bürger gleich welcher Herkunft."

"Miteinander mehr möglich machen." Mit diesem Satz hat Dr. Detlef Kröger seine Rede bei der Nominierung zum OB-Kandidaten im Brauhaus "Barfüßer" überschrieben. Dass es überhaupt zu seiner Kandidatur kam, ist dem Miteinander von vier politischen Gruppierungen zu verdanken. SPD, Grüne, FWG und FDP kürten den parteilosen Unternehmensberater zum Herausforderer von Gerold Noerenberg. Vier Parteien und ein gemeinsamer Kandidat - "dieses Experiment ist einmalig in Bayern", sagte der Neu-Ulmer SPD-Vorsitzende Alexander Schilling bei der Begrüßung der 55 Stimmberechtigten. Sie nominierten Kröger mit 96,4 Prozent (wir berichteten).

"Miteinander mehr möglich machen" - diesen Satz bezieht Kröger auf das Verhältnis zu den Bürgern und der Verwaltung, das er als Oberbürgermeister pflegen wolle: Zusammenarbeit statt "Zank und Zetern". Im Zentrum der Politik müsse der Mensch stehen. Er wolle sich "mit Herz und Empathie" auf die Bürger einlassen. Herausforderungen wie Verkehrsinfrastruktur, Energiewende, Stadtmarketing oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum will er im Dialog bewältigen.

Ein Schlüsselwort ist für Kröger Kreativität. Probleme müssten kreativ angegangen werden. Ein Beispiel: Die Straßenbahn, auf die sich die einzige Nachfrage nach seiner Rede bezog, werde auf absehbare Zeit in Neu-Ulm nicht fahren. Krögers Idee: "Vielleicht kann Neu-Ulm eine Pilotstadt werden für innovative Bussysteme, zum Beispiel mit Hybridantrieb."

Kröger umriss die Themen, die ihm wichtig sind:

Schuldenabbau: Hohe Einnahmen dürften nicht dazu verleiten, "Verlockungen zu erliegen".

Internet: Auf öffentlichen Plätzen soll es freies W-Lan geben. Dies sei auch ein Beitrag zur Belebung der Innenstadt und zum Marketing.

Lebensmittelläden: Die Verwaltung müsse kreative Ideen wie Bürgerläden oder Genossenschaften zur Versorgung in den Stadtteilen unterstützen.

Mehrgenerationenwohnen: Über Vergabe von Bauplätzen oder Stadtplanung könne die Verwaltung Mehrgenerationenhäuser fördern.

Jugendliche: Ein Kinder- und Jugendparlament sei Standard in anderen Städten. Die Stadtverwaltung sollte zudem eine eigene Webseite für Kinder und Jugendliche einrichten. Kröger will auch ein Projekt starten: "Kein Jugendlicher ohne Schulabschluss." Dabei könnten Ehrenamtliche einbezogen werden.

Nachhaltigkeit: Ob Verkehrs- oder Stadtentwicklung - alles sollte nachhaltig sein. Bei der Stadt sollte es dafür eine eigene Stelle geben.

Stadtplanung: "Neu-Ulm ist wunderschön", sagte Kröger. Um es noch schöner zu machen, sollte die Donau hervorgehoben und die Ludwigstraße zu einer gleichberechtigten Straße für alle Verkehrsteilnehmer umgebaut werden. "Sie könnte die Kö von Neu-Ulm sein." Statt Verbotsschildern sollte es mehr Blumenkübel und Sitzbänke geben.

Kultur: Sie soll mehr Geld bekommen. Zudem will er eine jährliche Kulturkonferenz einberufen.

Dr. Detlef Kröger