Bilanz Neu-Ulmer Evobus-Werk dieses Jahr komplett ausgelastet

Daimler Bus-Chef Hartmut Schick hat inzwischen auch ein Büro im Neu-Ulmer Werk.
Daimler Bus-Chef Hartmut Schick hat inzwischen auch ein Büro im Neu-Ulmer Werk. © Foto: Franziska Kraufmann (dpa)
JULIA KLING 23.04.2016
Evobus verzeichnet ein solides erstes Quartal. Die hohe Nachfrage nach Reisebussen sorgt für volle Auftragsbücher im Neu-Ulmer Werk.

Nach einem erfolgreichen Jahr für die Omnibussparte erwartet der Daimler-Konzern für das laufende Geschäftsjahr eine stabile Entwicklung. Während das Unternehmen in Lateinamerika weiter mit deutlichen Absatzrückgängen vor allem in Brasilien – wo Daimler Busfahrgestelle verkauft – rechnet, soll wie bereits im vergangenen Jahr das Komplettbus-Geschäft in Westeuropa für Wachstum sorgen. „Wir sind in den Kernmärkten sehr gut unterwegs“, erklärte Bus-Chef Hartmut Schick gestern.

Von Januar bis März konnte Daimler in Westeuropa den Absatz um neun Prozent auf 1358 Omnibusse steigern. In Deutschland verkaufte die Bussparte im gleichen Zeitraum 482 Einheiten, was einem Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der weltweite Absatz ging dagegen aufgrund der negativen Effekte aus Lateinamerika um knapp 16 Prozent zurück: auf 4800 Einheiten. Die Sparte Daimler Buses, die 2012 ein herbes Verlustjahr erlebt hatte, steigert ihr operatives Ergebnis auf 39 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 34 Millionen Euro) und bleibt somit in der Gewinnzone.

„Insgesamt haben wir ein positives erstes Quartal verzeichnet und eine deutliche Steigerung erzielt“, sagte Schick. Diese sei vor allem durch das Reisebusgeschäft in Westeuropa möglich gewesen. „Unsere Reisebusse sind derzeit sehr umsatzstark“, erklärte Schick.

Die starke Nachfrage nach Reisebussen, die auch aus dem immer noch wachsenden Fernbusgeschäft resultiert, beschert dem Evobus-Werk in Neu-Ulm volle Auftragsbücher. „Wir sind in Neu-Ulm über das komplette Jahr ausgebucht“, berichtete Schick. Es seien bereits Schichten an Samstagen geplant.

Die bereits abgeschlossene Umsiedlung der rund 90 Mitarbeiter vom bisherigen Firmensitz in Nabern bei Kirchheim unter Teck nach Neu-Ulm (etwa 60 Mitarbeiter) und Mannheim (30) ist für Schick nur eine logische Konsequenz. „Wir hatten genug Office-Plätze in Neu-Ulm und Mannheim zur Verfügung.“ Im Zuge der Zusammenlegung von Evobus und Kässbohrer vor über 20 Jahren habe man damals auf einen neutralen Standort gesetzt. „Das ist jetzt aber nicht mehr nötig“, erklärte Schick.

Vielmehr sei es für einen Zentralisten von Vorteil, wenn die Geschäftsführung nah an der Produktion sitze. „Ich finde es schön, wenn man durch das Kundencenter läuft und Kontakt mit den Kunden hat“, berichtete Schick. Der formelle Firmensitz von Evobus ist nun am Daimler-Hauptsitz in Stuttgart.