Jubiläum Neu-Ulmer Ateliergemeinschaft: Künstlerische Vielfalt an einem Ort

Hatte die Idee für das Atelier: Elfi Frauendorf.
Hatte die Idee für das Atelier: Elfi Frauendorf. © Foto: Sandra Kolb
Neu-Ulm / Sandra Kolb 05.10.2017

Der Raum ist voller Bilder: an der Wand, auf dem Boden, auf den Holztischen. Im linken Teil dominieren Acrylmalereien in hellen Gelbtönen. Rechts Zeichnungen und Grafiken in dunkleren Farben. Grund dafür: Die Malerin Elfi Frauendorf und die Grafikerin Regine Schempp teilen sich hier ihren Arbeitsplatz.

13 Künstler gehören der Ateliergemeinschaft in der Hirthstraße 3 in Neu-Ulm an. Auf 265 Quadratmetern sind die Maler, Grafiker und Bildhauer auf die Räume verteilt. „Es ist die einzige Gemeinschaft dieser Art in Neu-Ulm“, sagt die Gründerin und Verantwortliche Elfi Frauendorf. Die Malerin wurde 1997 mit dem Kunstpreis „Söflinger Kuss“ ausgezeichnet und machte unter anderem durch Bilderserien zu den Opern „Carmen“ und „Der fliegender Holländer“ auf sich aufmerksam.

Vor 25 Jahren hatte Elfi Frauendorf die Idee für ein gemeinsames Atelier. „Ich mag es, Leute um mich zu haben. Das inspiriert mich.“ Sie wandte sich an den damaligen Kulturbürgermeister Rudolf Schaffer, der ihr zu den Räumen in der Nelsonkaserne verhalf. Elfi Frauendorf zog mit neun Freunden ein – die Malerinnen Inge Schieszl und Theresia Kast sind auch heute noch im Atelier. Mittlerweile treffen in den Räumen verschiedene Arten von Kunst aufeinander: Skulpturen von Bela Schieszl  stehen dort, Grafiken von Sigrid Münch-Metzner hängen an den Wänden, Wortobjekte von Dietmar Herzog.

„Einmal hatten wir eine gemeinsame Ausstellung. Ansonsten malt jeder für sich. Außer mittwochs. Da treffen wir uns und sprechen über unsere Bilder“, erzählt Elfi Frauendorf. Und Heinz Zimmermann, der seit 20 Jahren im Atelier ist, fügt hinzu: „Wir haben einen guten Zusammenhalt, und das ist bei Künstlern nicht immer der Fall. Hier ist niemand neidisch.“

Zur Jubiläumsfeier am Samstag wird Oberbürgermeister Gerold Noerenberg eine Rede halten. Das Atelier ist Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Dann können sie sich selbst ein Bild von der Vielfalt machen.