Entwicklung Neu-Ulm wird größer und älter

Trio für Senioren: Ralph Seiffert, Winfried Bublat und Tanja Kast.
Trio für Senioren: Ralph Seiffert, Winfried Bublat und Tanja Kast. © Foto: Oliver Schulz
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 05.08.2018
Die Stadt hat sich ein neues Seniorenkonzept gegeben. Es ist die Grundlage für Entscheidungen in den nächsten 20 Jahren.

Die Stadt Neu-Ulm wächst und hatte Ende 2017 nicht ganz 62.000 Einwohner. Was daran liegt, dass junge Familien zuziehen. Neu-Ulm wird aber auch deshalb größer, weil die Menschen älter werden. Mehr als jeder Vierte war am Ende des vergangenen Jahres 60 Jahre alt oder älter. Auch das ist ein Grund, warum die Stadt ein neues Seniorenkonzept aufgestellt hat, das unlängst ohne Diskussion von den Stadträten im zuständigen Ausschuss abgesegnet worden ist. Mehr als 100 Seiten Papier mit jeder Menge an Zahlen, Daten, Fakten und Prognosen.

Was die Seniorenpolitik betrifft, sei die Stadt auf einem guten Weg, sagen diejenigen, die sich mit dem Thema im Rathaus beschäftigen. Das sind Fachbereichsleiter Ralph Seiffert, der Abteilungsleiter Winfried Bublat und die Seniorenberaterin Tanja Kast. Der Seniorenbericht, der mit Unterstützung vieler Betroffener, aber auch mit Hilfe von Studierenden der Hochschule Neu-Ulm verfasst worden ist, bildet die Grundlage für die künftigen seniorengerechten Entscheidungen der Stadt. Mit drei Mitarbeitern ist die Seniorenberatung personell ganz gut ausgestattet, sagt Tanja Kast. Eine Arbeitsgruppe Senioren trifft sich zweimal im Jahr zu Gesprächen mit Stadträten und der Verwaltung. „Wir haben ein ständig wachsendes Netzwerk Senioren, in dem Privatpersonen, Organisationen und Einrichtungen mitarbeiten“, sagt Ralph Seiffert.

Nicht alle Veränderungen liegen in der Hand der Stadt

Neu-Ulm will dennoch noch mehr für Senioren tun. Was die Umsetzung der vielen gemachten Vorschläge betrifft, ist die Stadt auf die Unterstützung anderer Stellen angewiesen. Sprich: Veränderungen liegen nicht in ihrer Hand. Beispielsweise bei der Versorgung mit Lebensmitteln, die zuweilen zu wünschen lässt, wie immer wieder aus Offenhausen zu hören ist. Die medizinische Versorgung obliegt auch nicht der Stadt. Der Personennahverkehr sei zudem eine Angelegenheit des Landkreises. Aus diesen Themenfeldern kommen die meisten Anfragen und Forderungen der Senioren. Was die altersgerechte Ausstattung von Wohnraum betrifft, geht die städtische Wohnungsgesellschaft Nuwog mit gutem Beispiel voran. Alle neuen Wohnungen sind zumindest barrierearm.

Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Stadt die gemachten Verbesserungsvorschläge  in eigener Verantwortung sofort umsetzen kann. Wenn es darum geht, grüne Ampelphasen zu verlängern, die Öffnungszeiten von Toiletten auf Friedhöfen zu gestalten, Bushaltestellen barrierefrei zu bauen, öffentliche Plätze und Wege so auszustatten, dass alte Menschen damit keine Probleme haben oder einfach nur mehr Bänke zum Rasten aufzustellen. „Diese Liste gibt es, sie  wird von uns konsequent abgearbeitet“, sagt Winfried Bublat.

Informationsdefizite bei Betroffenen

Eines wurde beim Verfassen des neuen Seniorenberichts auch festgestellt: Bei den Betroffenen gibt es große Informationsdefizite. Die Stadt hat zum Beispiel einen umfangreichen Seniorenwegweiser drucken und auslegen lassen. In der fast 100 Seiten dicken Broschüre werden viele Themen angesprochen und zahlreiche Telefonnummern präsentiert. Auch das war vielen Befragten nicht bekannt. Alte Menschen müssen selbst aktiv werden, wünscht sich Beraterin Tanja Kast. Eine gute Gelegenheit sei die Mitarbeit im Generationentreff in der Reuttierstraße 23/1.

Wo Senioren geholfen wird

Verwaltung Drei Ansprechpartner haben Senioren im Neu-Ulmer Rathaus: Fachbereichsleiter Ralph Seiffert, Abteilungsleiter Winfried Bublat und Seniorenberaterin Tanja Kast. Letztere ist unter Tel. (0731) 704 27 11 erreichbar.

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