Finanzen Neu-Ulm ist rechnerisch fast schuldenfrei

Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 22.10.2016

Die Stadt Neu-Ulm steht finanziell sehr gut da. Alle wichtigen Kennzahlen entwickeln sich im laufenden Jahr zur Freude des Kämmerers Berthold Stier und der Stadträte. Stier geht davon aus, dass die Stadt 44 Millionen Euro an Gewerbesteuer einnehmen wird – gerechnet hat die Stadt zunächst nur mit 30 Millionen Euro. Eine Entwicklung, die der Kämmerer bei der Vorstellung des Finanzzwischenberichts im zuständigen Ausschuss „sehr erfreulich“ nannte.

Doch auch mit der Schuldenseite ist Stier sehr zufrieden. Neu-Ulm kann in diesem Jahr 9,6 Millionen Euro zusätzlich zur laufenden Tilgung zurückzahlen. Für den Kämmerer angesichts der sprudelnden Einnahmen eine schlichte Notwendigkeit: „Wenn wir jetzt keine Schulden abbauen, wann dann?“ Außerdem hat die Stadt 6,3 Millionen Euro weniger als vorgesehen aus den Rücklagen entnommen, um geplante Investitionen finanzieren zu können.

Unterm Strich führt das dazu, dass sich die Schulden der Stadt am Jahresende auf 33,9 Millionen Euro summieren werden – vor sechs Jahren waren es noch 56,8 Millionen Euro. Auf der Habenseite hat Neu-Ulm 58,1 Millionen Euro Rücklagen auf der hohen Kante. Der größte Teil davon, rund 40 Millionen, ist allerdings zweckgebunden, beispielsweise für den Erwerb von Grundstücken, den Ersatz für das Parkhaus am Bahnhof und den Finanzausgleich.

Die gute finanzielle Lage hat für Neu-Ulm allerdings auch einen Haken. Sie wird dazu führen, dass die Stadt eine höhere Kreisumlage zahlen muss. Sie bemisst sich an der Höhe der Gewerbesteuereinnahmen. cik

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