Der Spezialist für satellitengestützte Internetverbindungen in Afrika, Level 421, kommt an seinem Heimatstandort mit dem Projekt "Ulm-Connect" voran, obwohl er zuletzt einen Konflikt mit der Deutschen Telekom wegen der Farbe Magenta durchstehen musste. Zum Hintergrund: Level 421 mit Sitz in der Küfergasse bietet schnelles Internet dort an, wo keine Glasfasern verlegt sind, so auch in Bergwerken, Ölbohrstationen und auf Schiffen.

Die Firma will neuerdings auch schlecht angebundene Gewerbegebiete und Wohnviertel in Ulm und Neu-Ulm versorgen. Dabei scheint Firmenchef Markus Haut mit Blick auf das neue Hochregallager im Donautal einen großen Schritt voranzukommen: "Wir sind an Seeberger dran." Er könnte mit Sat-Technik auf dem Neubau das Industriegebiet und die Ortsteile Einsingen, Eggingen, Donaustetten plus Erbach mit schnellem Internet per Funk versorgen - mit sehr hohen Geschwindigkeiten bis zu 1 Gigabit.

Außerdem laufen nach Hauts Worten derzeit Verhandlungen mit einem "Schlüsselunternehmen" in Ulm-Nord, von dessen Gebäude aus der gesamte Standort am A8-Autobahn-Knoten Ulm-West versorgt werden könnte. Dabei kommt es für ein gutes Funksignal stets darauf an, dass alle Empfänger über eine direkte Sichtverbindung zur Basisstation verfügen. Sie werden mittels kleiner Sat-Einheiten an das System von Ulm-Connect angebunden.

Das Projekt, mit dem Level 421 bisher etwa zwei Dutzend Firmen und ähnlich viele Privathaushalte gewinnen konnte - die Monatsgebühren beginnen bei 9,95 Euro - musste jedoch zuletzt noch eine rechtliche Hürde überwinden.

So ging Mitte Oktober das Schreiben einer für die Telekom tätigen, internationalen Kanzlei bei Haut ein. Denn er hatte für das Logo von Ulm-Connect mit stilisiertem Münsterturm die Hintergrundfarbe Magenta verwendet, die in diesem Umfeld für den Bonner Konzern reserviert ist. Streitwert: 250 000 Euro.

Haut wurde aufgefordert, die "Wortbildmarke" in dieser Form zu löschen und ließ das Logo von seinem Grafiker auf Grün umstellen. Er hält die Vorgehensweise freilich für fragwürdig: "Während man hier sich über Farben streitet, sterben in Syrien Menschen an Giftgas oder ertrinken im Mittelmeer." Immerhin werde man ernstgenommen.

Haut ist allerdings in juristischen Auseinandersetzungen nicht ganz unerfahren und lässt, wie berichtet, beim Regierungspräsidium prüfen, ob das Rathaus einen Auftrag für Wlan-Hotspots in Ulm freihändig an ihre Tochter Telenet vergeben darf. Level 421 hat inzwischen mit Ulm-Connect einen eigenen Hotspot auf dem Dach von Abt am Münsterplatz aufgebaut. Beim Einstein-Marathon surften darüber immerhin 650 Leute parallel im Internet. "Da hat die Anlage nicht mal gehustet", sagte Haut. Sie sei auf bis zu 4000 Nutzer gleichzeitig ausgelegt. Haut ärgerte sich aber darüber, dass er nirgends Info-Schilder für den Hotspot aufstellen konnte - vor allem natürlich nicht an der städtischen Tourist-Info. Nun hat aber Abt ein Einsehen und lässt Schilder in den Schaufenstern aufhängen.

Bürgermeister Gunter Czisch sagte, das Verfahren wegen der Hotspots laufe noch. Die Stadt bleibe bei ihrer Haltung, dass sie keine mobilfunk-ähnlichen Konzessionen in dieser Sache vergeben wolle.