Ulm Natur eint Affen und Landschaft

Irmela Maier hinter einer ihrer Affen-Figuren und Xianwei Zhu in der Galerie von Tobias Schrade.
Irmela Maier hinter einer ihrer Affen-Figuren und Xianwei Zhu in der Galerie von Tobias Schrade. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / KÄL 09.04.2015
Von Affen wird derzeit die Galerie Tobias Schrade bevölkert. Die erstaunlich naturnah wirkenden Tiere, die Irmela Maier gestaltet hat, sitzen in der Ulmer Galerie (Auf der Insel 2) vor und zwischen den Landschaften ihres Künstlerkollegen Xianwei Zhu.

Dessen Bilder vereinen stilistisch abendländische Romantik und frühe asiatische Landschaftsmalerei. Wenn man so will, ist die Natur das verbindende Moment dieser beiden Künstler.

Die 1956 in Bad Waldsee geborene, heute in Ettlingen bei Karlsruhe lebende Irmela Maier begreift ihre Skulpturen als Porträts. Affen nehme sie, weil sie "rätselhaft" und "ungeniert" seien. Dabei wirken die Porträts wie kreatürliche Charaktere mit individueller Körpersprache. Verblüffend ist auch das verwendete Material: Hände, Füße und Gesichter sind aus Ton geformt, das Fell aus Draht gestaltet, Recycling-Material bildet die nicht sichtbare Körperfüllung.

Xianwei Zhu ist 1971 im chinesischen Qingdao geboren. Kunst studierte er in Shandong, Hangzhou und Stuttgart, wo er heute lebt. Seine Bilder strahlen malerisch einen enormen Gleichklang aus, tendieren dazu, wie die traditionelle chinesische Malerei aus der Zeit um das Jahr 1000 nach Christus, die eigene Handschrift zu minimieren und Empfinden wie Atmosphäre hervorzuheben. Der sehr verhaltene Gebrauch von Farbe passt ebenfalls zu diesem Bestreben, verstärkt zudem eine Stimmung, die von Melancholie, Leere und einer numinosen Sehnsucht geprägt wird (bis 25. April, Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr).

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