Fasnet Narrensprung in Einsingen: Einer für alle

Ulm / Amrei Groß 20.01.2019
Der Narrensprung in Einsingen ist eine Veranstaltung für die ganze Familie. Mit 2500 Hästrägern aus fast 90 Zünften begeistert er über 1000 Zuschauer.

Bitterkalt war es beim neunten Narrensprung der Narrenzunft „Wasaschom­berler“ in Einsingen. Minus drei Grad zeigte das Thermometer; nicht die besten Bedingungen, um den rund zweistündigen Umzug vom Straßenrand aus zu verfolgen. Die gut 1000 Zuschauer, die dem Frost trotzten, wurden nicht enttäuscht: Über 2500 Hästräger aus 90 Zünften aus dem Alb-Donau-Kreis, Oberschwaben, dem Allgäu und der Region Stuttgart legten sich mächtig ins Zeug, um ihr Publikum zu unterhalten. Um ein Haar wären es sogar noch mehr geworden: „Ich musste etwa 20 Zünften absagen“, sagt „Wasaschomberler“-Zunftmeister Andreas Salzer. „Sonst wäre die Veranstaltung zu groß geworden.“

Umzug in Einsingen

Auch so war Einsingen fest in Narrenhand. Der Klang tausender Schellen erfüllte die Luft, von mehreren Sprecherständen aus schallten die Fasnethits nonstop durch die Straßen. Zur Mittagszeit wurde als sichtbares Zeichen der Narrenherrschaft über den Ulmer Stadtteil der Narrenbaum im Schatten der Kirche aufgestellt, im Anschluss startete der Narrensprung selbst. Angeführt wurde der Zug durch die gastgebenden „Wasaschomberler“, den Musikverein Einsingen sowie die liebevoll kostümierten Kinder der städtischen Kita und des katholischen Kindergartens.

In ihrem Gefolge tobten Geister, Hexen, Sagengestalten und wilde Tiere, stets in Erwartung des passenden Narrenrufs aus den Zuschauerreihen, der dann mit Bonbons, Lutschern und Popcorn belohnt wurde. Wer zu nah an der Strecke stand und nicht mitspielte, bekam statt Süßem Saures: Bevorzugt junge Mädchen wurden von den ausgelassenen Horden in Konfetti gebadet, mit Stempeln und Filzstiften im Gesicht „verziert“ oder kurzerhand in Schandgeige oder fahrbare Zellen gesperrt und mitgenommen.

Sicherheit wird groß geschrieben

Stets stand aber der Spaß im Vordergrund. „Wir kennen alle Zünfte, die wir einladen, persönlich“, sagt Salzer. Zwischenfälle wie jener mit einem Hexenkessel voll kochendem Wasser in Eppingen im vergangenen Jahr könne es in Einsingen nicht geben. „Das hat mit unserer Fasnet nichts zu tun.“ Sicherheit wird groß geschrieben; auch große Festwagen sind im Umzug tabu.

„Wir veranstalten einen Narrensprung für alle vom Kleinkind bis zur Oma“, sagt Salzer. Jeder passe auf jeden auf. Ein Anspruch, der auch am Sonntag hervorragend funktionierte.

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