Wer mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, kann seine Fahrkarte in vielen Regionen Deutschlands per Handy kaufen. Liegen Start und Ziel jedoch nicht im selben Verkehrsverbund, wird es in der Regel deutlich komplizierter, häufig muss der Fahrgast mehrere Tickets lösen. Drei Initiativen in Schwaben wollen das ändern. Inwieweit diese zusammenarbeiten, ist unklar, ein Teil der Beteiligten betrachtet sich als Konkurrenten.

Der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund beteiligt sich am bundesweiten Projekt Mobility Inside. Zehn Verkehrsorganisationen, darunter die Deutsche Bahn, sind daran beteiligt. Gemeinsam wollen sie eine App entwickeln, auf der die Kunden eine Fahrkarte für die komplette Reise kaufen können. Im Ding-Gebiet ist Ende 2019 die Testphase der App mit 100 Nutzern gestartet. Der Versuch laufe hervorragend, heißt es weiter.

Schwabenbund baut eigene digitale Plattform auf

Im März, wenn die Testphase von Mobility Inside endet, startet der Probelauf der Plattform von Schwabenbund Services. Im Schwabenbund haben sich zwar alle Landkreise und die Städte Ulm, Biberach, Memmingen und Kempten zusammengeschlossen, am Mobilitätsprojekt sind aber nur die bayerischen Städte und Kreise (mit Ausnahme von Neu-Ulm) beteiligt.

Auch der Schwabenbund will das Bezahlen im ÖPNV vereinfachen. Geschäftsführer Werner Weigelt sieht das Konzept überlegen gegenüber dem von Mobility Inside. Letzteres sei zwar bei überregionalen Angeboten weiter, doch das Schwabenbund-Projekt biete auch Dienstleistungen außerhalb von Bus und Bahn, sagte Weigelt der Schwäbischen Zeitung. Beispielsweise könnten Fahrkarten für den Nahverkehr mit solchen für Bergbahnen und Skipässe verknüpft werden.

Bund fördert Mobilitäts-App der SWU

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) entwickeln eine eigene Mobilitäts-App. Im Dezember haben sie dafür Fördergelder vom Bundesverkehrsministerium in Höhe von 300.000 Euro zugesprochen bekommen. Die App soll nicht nur Handy verkaufen können, die Fahrgäste sollen sich dort auch live informieren können, wann der nächste Bus kommt und wo das nächste Leihfahrrad oder -auto steht.