Ein 365-Euro-Ticket und einen günstigen Kurzstreckentarif wird es vorläufig nicht geben. Die Stadtverwaltung hatte auf Dringen der Stadträte das Für und Wider geprüft und war zum Schluss gekommen, dass beide Angebote derzeit nicht sinnvoll und zu teuer seien. Dieser Auffassung haben sich die Stadträte angeschlossen.

Die Haushaltslage werde ohnehin schlechter, argumentierte die Stadt, und jetzt drohen durch die Corona-Krise weitere Einbußen. Weder ein 365-Euro-Ticket noch ein Kurzstreckentarif wären dauerhaft finanzierbar. Zumal durch solche Angebote nicht so viel zusätzliche Fahrgäste wie gewünscht gewonnen werden könnten. Da andere Landkreise das Ticket nicht wollen, wäre es auf das Stadtgebiet begrenzt und könnte nicht im ganzen Gebiet des Donau-Iller-Nahverkehrsverbunds (DING) gelten. Aus Sicht der Stadt sollte vielmehr das Nahverkehrsangebot verbessert werden, um mehr Leute zum Umstieg zu bewegen. Dazu zähle auch die Verknüpfung mit Fahrrad- und E-Tretroller-Verleihsystemen.

Nachdenken über 365-Euro-Ticket für Schüler und Studenten

Denkbar ist für die Stadt allerdings ein 365-Euro-Ticket für Schüler, Auszubildende und Studenten. Es sollte im gesamten Verbundgebiet gelten. Über die Einführung will die Stadt mit dem DING verhandeln.
Diese Option gab für die Grünen den Ausschlag zur Zustimmung. Sie hatten sich für ein 365-Euro-Ticket eingesetzt. „An diesem Ziel hat sich nichts geändert“, sagt Michael Joukov-Schwelling. „Wir bleiben dran.“ Ein solches Ticket für Schüler, Azubis und Studenten wäre ein erster Schritt.

Besseres Angebot für Azubis ab September

Auszubildende haben aber bereits ab September ein besseres Angebot. Mit dem neuen Azubi-Ticket können sie für monatlich 55,50 Euro im ganzen DING-­Gebiet unterwegs sein. Azubis konnten bisher – und können auch weiterhin – für 46,10 Euro eine Schülermonatskarte kaufen. Sie gilt aber nicht für das ganze DING-Gebiet, sondern nur für einzelne Zonen. Für etliche Azubis wurde das Busfahren deshalb teuer. Wenn ihr Ausbildungsbetrieb oder ihre Berufsschule in einer anderen Tarifwabe liegt, mussten sie zwei Fahrkarten kaufen. Das fällt mit dem neuen Angebot weg. „Wir sind froh, dass die Einführung nach langer Vorbereitung geklappt hat“, sagt DING-Pressesprecher Markus Zimmermann. Gerechnet wird mit rund 2500 Azubi-Ticket-Käufern und Einnahmen von 1,6 Millionen Euro.