Mähringen Nachts nützt der Flüsterasphalt mehr als am Tag

JÜRGEN BUCHTA 09.08.2012
Was bringt Flüsterasphalt? Seit gut einem Jahr wird ein Straßenstück bei Mähringen getestet. Erste Erkenntnisse: Nachts ist es leiser als zuvor.

Seit Mai 2011 liegt auf einem 500 Meter langen Stück Kreisstraße 9915 ein schalldämmender Belag. Auf diesem Straßenstück, das an der Einmündung in die Alte Straße beginnt und in Richtung Blaustein führt, versuchen Mitarbeiter der Stadtverwaltung herauszufinden, ob und in welchem Umfang sich so genannter Flüsterasphalt in der Praxis bewährt.

Um zu handfesten Ergebnissen zu kommen, wird der Schalldruckpegel zu verschiedenen Zeiten gemessen. Die Lautstärke, die vom schalldämmenden Belag ausgeht, sobald Autos darüber rollen. Sowie die Lautstärke vom üblichen Bitumenbelag vor und hinter dem Flüsterasphalt. Tagsüber sei kein nennenswerter Unterschied festzustellen, berichtet der städtische Verkehrsplanungschef Thomas Feig. Da bewege sich der Unterschied bei kaum wahrnehmbaren 2,1 dB(A). Nachts sei das anders. Dann liege der Unterschied bei 3,7 dB(A).

Wie ist das zu erklären? "Tagsüber sind viel mehr Lastwagen, beziehungsweise schwere Fahrzeuge unterwegs als nachts", erläutert Feig, wobei er sich auf die Erkenntnisse des Gutachters stützt. Die Motorgeräusche von Lastwagen sind in der Regel lauter als die Abrollgeräusche der Reifen. Konsequenz: Das, was der lärmmindernde Belag schluckt, fällt wenig auf. Bei Personenwagen ist das anders. Ihre Reifengeräusche sind oft lauter als die, die vom Motor stammen. Feig: "Wenn nachts kein Lkw unterwegs ist, fällt die Lärmminderung also deutlicher aus."

Flüsterasphalt sei nicht gleich Flüsterasphalt, gibt er zu bedenken. Jede Firma, die diese Beläge produziert, verwende eigene Rezepturen. Eines sei gewiss, schalldämmende Beläge aufzubringen, sei weit aufwendiger als übliche Bitumenbeläge. Und wie lange sie halten? Keine Erfahrung! Dazu seien sie längst noch nicht genügend erprobt. Die Preise der Anbieter seien sehr unterschiedlich, berichtet Feig weiter. Den Preis, den die Stadt für die Teststrecke bei Mähringen bezahlt habe, könne man nicht zum Maßstab nehmen. Der Hersteller habe keinen Marktpreis dafür verlangt, sondern mehr oder weniger eine Probe angeboten. Sollte sich der Belag dauerhaft bewähren, sei daran gedacht ihn auch auf innerstädtischen Straßen einzusetzen.