Spaßige Unterhaltung steht gerade hoch im Kurs am Theater Ulm, Premiere für Premiere, jetzt kam am Donnerstagabend auch noch „Die Csárdásfürstin“ dazu: sehr nett inszeniert von Benjamin Künzel, berechenbar lustig operettengemäß in prächtigen Bühnenbildern, in einem Varieté, in einem Palais. Aber dann zeigte Künzel, sehr durchdacht, im 3. Akt, dass dieses Werk aus dem Ersten Weltkrieg auch ein Endzeitstück ist: nicht mit lustigen, sondern bald trauernden Witwen. Ein bewegendes Finale. Dazu ein starkes Ensemble um Maria Rosendorfsky in der Titelpartie. Timo Handschuh breitete mit den Philharmonikern die Melodien entschlackt, entspannt, so rasent wie melancholisch aus. Großer Beifall.