Sie stand selten im Vordergrund, aber wenn in Ulm und Umgebung Kultur passierte, war Carmen Mark fast immer dabei. Am Karfreitag ist sie nach einer längerer Krebserkrankung, aber auch für Freunde und Weggefährten unerwartet gestorben. Sie wurde 59 Jahre alt.
Die Ulmerin war eine große Netzwerkerin und eine Konstante im Veranstaltungsleben – vor allem für Medienleute. Jahrelang war sie für die Pressearbeit im Roxy und für die Kulturnacht Ulm/ Neu-Ulm zuständig, zuletzt kümmerte sie sich unter anderem um die Kommunikation für das Tanzfestival „Ulm moves!“. Für das Internationale Donaufest organisierte sie zudem den „Markt der Donauländer“ auf der Ulmer Donauwiese.
Andere Menschen kannten die gelernte Grafikdesignerin Mark, die zuletzt in Neu-Ulm lebte, auch als engagierte Gastronomin, die immer die Kultur mit im Blick hatte. Zusammen mit Reinhard Bensch betrieb sie 24 Jahre lang, bis Ende 2013, das Café Brazil in Erbach. Bereits 2012 musste sie von einem anderen Herzensprojekt Abschied nehmen: dem Kulturbiergarten an der Neu-Ulmer Flussmeisterei, dessen Platz am Donauufer mit Eigentumswohnungen bebaut wurde. Hoffnungen auf einen neuen Standort zerschlugen sich, eine Enttäuschung für Carmen Mark und ihre Partner.
Das Geld stand für die Ulmerin nicht im Zentrum, sie engagierte sich unter anderem für das Benefizkonzert „Musikmarathon“ und brachte auch Ideen für eine kulturelle Neunutzung des Offizierskasinos in Neu-Ulm ein. Die Flaute der Kulturbranche durch die Corona-Einschränkungen trafen auch ihr Büro „Werk II“ hart, finanzielle Sicherheit gab ihr in der Krise, deren Ende sie nun nicht mehr erleben darf, eine Teilzeitstelle bei der Innovationsregion Ulm.
Carmen Mark liebte das Leben und besonders Lateinamerika. Ihr Einsatz machte sie zu einer zuverlässigen Partnerin für viele Kulturschaffende, ihre Herzlichkeit zu einer Freundin. An wie vielen Stellen sie fehlen wird, lässt sich noch gar nicht erahnen.