Max Reinelt aus Ulm Nachruf auf Maximilian Reinelt: Ein großer Sportler und Mann klarer Worte

Ulm / Ute Gallbronner/DPA 12.02.2019
Olympiasieger Maximilian Reinelt ist tot. Der Ruderer aus Ulm verstarb im Alter von nur 30 Jahren beim Langlaufen in St. Moritz. Ein Nachruf auf einen großen Sportler und Mann klarer Worte.

Warum ausgerechnet er? Diese Frage haben sich heute alle gestellt, als sie vom plötzlichen Tod Maximilian Reinelts erfahren haben. Im Alter von 30 Jahren ist er beim Langlaufen in St. Moritz umgekippt und konnte nicht mehr gerettet werden. Die genaue Todesursache ist noch nicht klar.

„Ich bin geschockt“, sagt Raimund Hörmann, sportlicher Leiter beim Ulmer Ruderclub Donau. Warum ausgerechnet Maximilian Reinelt und warum in diesen jungen Jahren? Mit gerade einmal 30 Jahren. Tatsächlich ist Reinelt schon der zweite Ulmer Ruder-Olympiasieger, der so früh aus dem Leben gerissen wurde. Auch Hörmanns Vierer-Partner Dieter Wiedenmann war früh gestorben. Er war 37 Jahre alt, als er bei einer Operation nicht mehr aufwachte.

Reinelt begann beim Ulmer Ruder-Club Donau

Beim URCD hat Reinelt ebenso wie seine Geschwister Claudia und Georg mit dem Rudern begonnen. Keiner wurde gedrängt von den Eltern und der Leistungssport war nie das einzig Wichtige in ihrem Leben. Maximilian Reinelt war mit der Kirchenorgel genauso vertraut wie mit den Ruderriemen.

Wegen des Sports und des Berufs ist Max Reinelt einst nach Dortmund gezogen. Er hat den Sprung in den Achter geschafft, die wichtigste und am meisten beachtete Bootsklasse. Jahr für Jahr hat er sich bewiesen, war mit seinen enorm guten Ausdauer und Kraftwerten bald nicht mehr wegzudenken aus der Mitte des Boots, das man auch den Maschinenraum nennt.

Reinelts sportlicher Höhepunkt: der Olympiasieg 2012

Zwei Weltmeistertitel hat der Ulmer gefeiert, sportlicher Höhepunkt war aber sicher der Olympiasieg mit dem Achter 2012 in London. Vier Jahre später holte das Flaggschiff nochmal Silber. Danach trat Maximilian Reinelt vom aktiven Sport zurück, um seine Ausbildung zum Arzt komplett abzuschließen.

Seinen Lebensmittelpunkt hatte der 30-Jährige inzwischen wieder mit seiner Verlobten nach Ulm verlegt. Er wollte heiraten, eine Familie gründen und auch dem Rudersport ist er verbunden geblieben. Schon in der kommenden Woche sollte er die U23-Ruderer ins Trainingslager nach Spanien begleiten. Dieses Mal als Mannschaftsarzt.

Eine Karriere in der Sportpolitik wäre für Reinelt möglich gewesen

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, teilte mit: „Maximilian Reinelt ist einer der ganz großen Athleten des deutschen Rudersports und darüber hinaus ein sehr sympathischer Mensch, dem es gelungen ist, Leistungssport und seine berufliche Ausbildung zum Arzt mit großem Erfolg zu verbinden. Dies macht seinen Tod beim Sport so besonders tragisch.“ Bach hatte Reinelt in London die Medaille umgehängt.

Maximilian Reinelt war kein lauter Sportler, aber er war immer ein Mann der klaren Worte. Einer, der nachgedacht hat und dann gesagt hat, was er denkt. Freunde wissen, dass auch der Weg in die Sportpolitik für ihn durchaus möglich gewesen wäre. Als Athletenvertreter, vielleicht einmal im Olympischen Komitee.

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