Zeit seines Lebens war Werner Bierdämpfel in den Bergen unterwegs und hat höchste Gipfel erklommen. Seinen 75. Geburtstag hatte er mit seiner vor zwei Jahren verstorbenen Ehefrau Else auf einem 5350 Meter hohen Gletscher in Peru verbracht – im Zelt. Jetzt ist der Ulmer im Alter von 95 Jahren verstorben – nach kurzem Klinikaufenthalt, wo er nach einem häuslichen Unfall behandelt wurde.
Erst vor drei Wochen war Bierdämpfel auf die Redaktion zugekommen, weil ein französischer Sammler von Militaria einen deutschen Stahlhelm aus dem Zweiten Weltkrieg ersteigert hatte, in den der junge Soldat Werner Bierdämpfel seinen Namen geschrieben hatte. Er war als Gebirgsjäger in den Hochsavoyen eingesetzt, wo er auf dem Rückzug auch seinen Helm verloren hatte. „Das hat ihn noch sehr gefreut“, sagt sein Sohn jetzt nach dem Tod des Vaters.
Bierdämpfel war ein gebürtiger Ulmer wie seine Ehefrau Else, die er bereits im Kindergarten kennengelernt hatte und mit der er 65 Jahre verheiratet war. Die beiden waren fest mit dem Bergseil verbunden, mehr als 1000 Gipfel haben sie gemeinsam erklommen, ferne Gebirge in Asien, Afrika und Südamerika bereist. In ihrem vor Jahren erschienenen Buch „Verwirklichte Träume – Begegnungen mit Bergen und Menschen“ berichten sie davon.
Werner Bierdämpfel ist mit 17 Jahren in den Deutschen Alpenverein eingetreten, in dem er verschiedene Ehrenämter bekleidete. Er hat noch im Krieg die Jugendgruppe gegründet und geleitet, war später Hochtourenführer, hat Kletterkurse gegeben und war als Skilehrer und Tourenführer unterwegs. Im Beruf war er Kaufmann, gelernt hatte er bei Abt, später aber als Einkäufer bei Schwenk Zement gearbeitet. Auch wenn er die letzten 40 Jahre am Roten Berg in Ulm gelebt hat, fühlte er sich dem DAV Neu-Ulm verbunden. Dessen Vorsitzender Dieter Danks zeigt sich tief getroffen vom Tod eines Freundes: „Ich danke Werner für sein vorbildliches Engagement für unsere Sektion und für unser enges freundschaftliches Verhältnis, das immer von großer Offenheit und Vertrauen geprägt war.