Gestaltungsbeirat Nachbesserungen an Fassade gewünscht

Der aktuelle Entwurf sieht zwei gleich hohe Gebäude vor. Die Einfahrt zur Tiefgarage liegt in ihrer Mitte.
Der aktuelle Entwurf sieht zwei gleich hohe Gebäude vor. Die Einfahrt zur Tiefgarage liegt in ihrer Mitte. © Foto: Architekturbüro Wabe-Plan
Ulm / Christine Liebhardt 14.03.2018

Ulm. Detlef Sacker stellte die gute Nachricht vorneweg: „Das ist eine sehr positive Weiterentwicklung“, befand der Freiburger Architekt in der jüngsten Sitzung des Gestaltungsbeirats, in der die Kemptener Straße 15 Thema war. Das Lob der Experten hat Gewicht, denn das geplante Nachverdichtungs-Projekt der Ulmer Wohn- und Siedlungsgesellschaft (UWS) in Wiblingen mit 28 Wohnungen steht seit seiner Vorstellung heftig in der Kritik von Anwohnern, die etwa wegfallende Parkplätze befürchten (wir berichteten).

Am neuen Entwurf schätzt der Gestaltungsbeirat, dass zwei viergeschossige Gebäude entstehen sollen. „Wir denken, dass sich das gut an die Bestandsbebauung anpasst und ausreichend Abstand zu den Reihenhäusern (auf der anderen Straßenseite, Anm. d. Redaktion) hat“, sagte Sacker. „Städtebaulich ist das jetzt viel besser und durchweg sehr positiv.“

Andere Elemente kritisierten die Architekten und Landschaftsbauer jedoch. „Die Qualität der Grundrisse und Fassaden war im letzten Vorschlag besser“, fand nicht nur Julia Klumpp. „Das waren freie, offene, moderne, tolle Grundrisse und jetzt haben Sie eine sehr sparsame Lösung gewählt.“ Mit ihren versetzten Balkonen und schwarzen Streifen wirke die Fassade unruhig und nervös, so der Tenor im Beirat.

Planungen noch nicht abgeschlossen

Die Grundrisse, erklärte UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler, seien noch nicht endgültig. Die Herausforderung: Weil ein Drittel als geförderter Wohnraum vermietet werden soll, müssen alle Wohnungen diesen Kriterien entsprechen. Das schränke ein: „Vier Zimmer auf 92 barrierefreie Quadratmeter zu verteilen ist schwieriger als auf 120“, sagte Pinsler. „Da müssen wir noch den richtigen Kompromiss finden.“ Dafür aber sei die UWS offen, die Planungen noch nicht abgeschlossen. Den Grundrissen würde dann entsprechend die Fassadengestaltung folgen. Der UWS werde oft Eintönigkeit vorgeworfen. „Mit den wechselnden Balkonen wollten wir die Fassade auflockern und schauen, wie die Akzeptanz beim Nutzer ist.“

Letzter Kritikpunkt: „Die Begrünung muss noch herausgearbeitet werden“, forderte der Beiratsvorsitzende Markus Neppl. Insbesondere, da für die Tiefgarage einige Bäume gefällt werden müssen. Pinsler: „Sie zu erhalten, hätte 50 Stellplätze gekostet.“ Die durch den neuen Entwurf geschaffene Fläche müsse man gut nutzen, meinte auch Julia Klumpp.

Info Einen Link zu einem 3D-Modell des Projekts gibt es unter uws-ulm.de/projekte/kemptener-strasse

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel