Rummel Volksfest-Test: Nach dem V-Maxx grün im Gesicht

Ulm / swp 15.07.2018
Madlen, Lisa, Mara, Charlotte und Till haben Fahrgeschäfte und das Essen in der Friedrichsau getestet.

Bunt, laut, blinkend – das Volksfest lockt seit diesem Wochenende in die Au. Mit 100 Euro in der Tasche haben wir sieben Jugendliche losgeschickt in Fahrgeschäfte, an Fressbuden und was es sonst noch so gibt. Die Bewertungskriterien: Nervenkitzel, Übelkeitsfaktor und die Frage, ob’s zusammen Spaß macht.

Für die Adrenalin-Junkies Madlen (17) und Lisa (16) kann es dabei nicht wild genug zugehen. Vor allem die neuen Attraktionen wollen die beiden gleich ausprobieren. Los geht’s deshalb mit „Blackout“, Loopings in 22 Metern Höhe – der Rest der Gruppe schaut lieber erst einmal zu.

Zweite Station ist das  Karussell „Magic“, bei dem sich so ziemlich alles dreht. Angeblich familientauglich, deshalb wagen sich nun auch Charlotte (14) und Mara (15) mit rein. Der Kicherfaktor ist hoch, vielleicht bleiben die drei Jungs deshalb lieber draußen und sondieren schon mal das kulinarische Angebot zwischen all den Ständen mit übergroßen Plüschtieren, bunten Ballons und Blinklichtern.

Ausgerechnet beim „V-Maxx“, wo es in Schaukeln an einem großen Arm 55 Meter hoch in die Luft geht und das vierfache der Erdanziehung auf die Fahrgäste wirken soll, steigt Richard (15) mit ein – sichtlich der ruhende Faktor neben den schreienden Mädchen. Mara wird langsam grün im Gesicht. Also Pause und essen. Die Entscheidung ist wenig kreativ, denn es gibt fünfmal Pommes, zweimal Feuerwurst und Wasser dazu sowie zum Nachtisch gebrannte Mandeln. Was soll man auf dem Volksfest auch sonst essen?

Mit dem ganzen Fett im Bauch empfiehlt sich was Ruhiges, also ab in die Geisterbahn. Da wagt sich nun auch Till (15) mit rein. Das Urteil am Ende: „Eigentlich ist’s ja was für Kinder.“ Eigentlich, denn für Jugendliche ist es zwar nicht gruselig, hat dennoch seinen Reiz in der Gruppe.

Der ganz persönliche Kick

Totalverweigerer Yannik bleibt hart, auch wenn die anderen Jungs mehr oder weniger zwangsweise „Blackout“ und „V-Maxx“ probieren. Er grinst nur und freut sich über den festen Untergrund unter seinen Füßen. Sein ganz persönlicher Adrenalin-Kick: Über das Gekreische der Mädchen, die verzerrten Gesichter der anderen lachen und wenig schmeichelhafte Fotos von denselben machen.

Nach drei Stunden gibt es zum Abschluss noch Schokofrüchte für alle. „Keine gute Idee“, meint Lisa zum Schluss. Nach ihren insgesamt acht Fahrten, in denen die Eingeweide durchgeschüttelt wurden, ist jetzt selbst ihr schlecht. Zeit nach Hause zu gehen. Das Fazit der Gruppe: Wer zusammen loszieht, sich gut versteht und das alles nicht ganz so ernst nimmt, dem macht das Volksfest einen Heidenspaß. Sofern man genug Geld in den Taschen hat. Denn am Ende der drei Stunden sind 128 Euro weg.

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