Ulm Nabada: Trainingsauftakt fällt ins Wasser

Ulm / JAKOB RESCH 14.06.2012
Erinnert ein wenig an die Nationalelf vor der Fußball-EM: Der Trainingsauftakt zum Nabada verläuft holprig. Der Teamchef bleibt aber cool.

Das Nabada ist eine Sache, die vom Wasser lebt. Dass zu viel Wasser auch nicht gut ist, diese schmerzliche Erfahrung hatten Teilnehmer und Zuschauer 2008 machen müssen. Damals fiel der Wasserfestzug an Schwörmontag wegen zu starker Strömung ins Wasser. Wiederholt sich die Geschichte 2012? Keine Ahnung. Noch sind es lange 38 Tage bis zum Ulmer Stadtfeiertag. Doch das erste Training für die Zillenfahrer, die dann die Themenschiffe die Donau hinuntersteuern, ist jetzt erst mal ausgefallen.

„Die Schüttung ist zu stark“, so lautete am Mittwochabend der Lagebericht von Werner Haug am Donauufer. Der technische Organisationsleiter fürs Nabada ließ gar nicht erst die Zillen losbinden, die, in der Großen Blau vor sich hindümpelnd, für den ersten Saisoneinsatz bereitgestellt worden waren. Starker Regen hatte dazu geführt, dass Donau und Iller gleichermaßen viel Wasser mit sich brachten und ganze Baumstämme heruntertrieben. „Sicherheit geht vor.“ Geübte kämen mit diesen Fluten zwar locker zurecht, aber: „Wir haben auch einige Neulinge dabei.“ Im Übrigen wäre bei solchen Bedingungen wohl auch das Nabada nicht gestartet worden.

Beunruhigt hat Haug dieser missliche Auftakt gar nicht. Erstens sind noch ein paar Wochen fürs Training Zeit, das erst auf Einzelzillen, dann auf den zusammengebauten Fähren stattfindet, die beim Nabada die satirischen Aufbauten tragen. Zweitens kann man immer noch auf die Ersatztermine an Samstagen ausweichen. Und drittens ist der Organisator die größte Sorge schon los: Zu wenige Fahrer für die 14 Schiffe werden es zum Nabada nicht sein. An die 40 Leute standen am Mittwoch bereit. „Das reicht locker.“ Einer hatte einen aus Hamburg stammenden Kumpel mitgebracht, der neu in Ulm frisch ins Team einsteigen will: „Der hat schon mal Wasser gesehen.“ Bis Schwörmontag werden erfahrungsgemäß noch einige alte Ulmer Fahrensmänner dazustoßen, so dass es 50 werden dürften.

Eines war am Mittwoch übrigens gleich klar: „Das Vesper fällt natürlich nicht aus“, wie Haug in die Runde rief. Also marschierte die Truppe ab ins gegenüberliegende Lokal der Kanufahrer. Kaum dort angekommen, fing es zu schütten an. So gesehen: Alles richtig gemacht.