Ulm Nabada-Premiere für Özdemir

Ulm / SWP 23.07.2012
Die Grünen beweisen schon Sitzfleisch, wenn sie auf einen wie Cem Özdemir warten. Ihr Bundesvorsitzender erreichte sie in Ulm knapp zwei Stunden später als geplant.

Wobei die Ursache keineswegs bei ihm lag. Die „Linz“, auf der er unter anderem mit Oberbürgermeister Ivo Gönner am Nabada teilnahm, kam, wie alle Boote, wegen des Gegenwinds kaum die Donau hinunter.

Özdemir war schon oft in Ulm. Das letze Mal vor etwa einem Jahr, als er nach einer Parteiveranstaltung im Schiefen Haus übernachtete. Das Nabada aber erlebte er am Montag das erste Mal. Die Ulmer Grünen hatten ihn schon mehrmals dazu eingeladen. Und er hatte seinen Besuch fürs kommende Jahr eingeplant. Plötzlich passte es ihm doch ganz gut. Am Vormittag hatte er noch einen Fototermin in Bad Urach, wo er diese Woche bei seinen Eltern wohnt. Am Nachmittag ließ er sich mit Tochter Mia und Frau Pia Castro nach Ulm fahren, wo er gerade noch die „Linz“ vorm Ablegen erreichte.

Gegen 18.45 war er dann endlich im Initiativkindergarten in der Au und gönnte sich erst mal ein Bier. Die Grünen hatten dort sechs Tische reserviert. Und nahezu alle Grünen-Frauen waren sofort darauf erpicht, sich mit ihm fotografieren zu lassen. Cem Özdemir nahm’s gelassen und versprach, dass es gewiss nicht das letzte Mal sein werde, dass er zum Nabada komme. „Vielleicht können wir anschließend mal eine Bundesvorstandssitzung hier abhalten.“

Auf der „Stadt Linz“ habe er sich mit Gönner über alles Mögliche ausgetauscht; über die Plätze, auf denen die Fahrgäste am schnellsten nassgespritzt werden können, über die Frage, welches das originellste Boot sei. Nur nicht über Politik.

Die netteste Begegnung hatte Özdemir mit fünf hübschen Donaunixen aus Ehingen. Sie waren mit einem Schlauchboot auf der Donau unterwegs und landeten an der „Stadt Linz“ an. Auf die Frage, ob sie denn mal Cem Özdemir sehen wollten, kreischte das Quintett hellauf begeistert. Und ganz aus dem Häuschen waren die jungen Frauen, als der Grünen-Bundesvorsitzende sich nicht zweimal bitten ließ, und nicht ins knallrote, sondern hellgrüne Gummiboot stieg: Da saß Cem Özdemir nun – nicht ganz auf dem Trockenen . . .

Der Ulmer Besuch bildete den Auftakt zu seiner einwöchigen „Sommertour“ durch Baden-Württemberg. Für heute hat er drei Termine eingeplant. Am Vormittag ein Besuch einer Mannheimer Waldorf-Schule, nachmittags dann eine Besichtigung der Ludwigsburger Filmakademie. Abends ist er in Reutlingen zu Gast, bei einer Veranstaltung in einer Bücherei.