Wer kennt sie nicht, die drei ehernen Verwaltungsgrundsätze? 1. Das haben wir schon immer so gemacht.
2. Das haben wir noch nie so gemacht. 3. Da könnte ja jeder kommen. Die Ulmer Stadtverwaltung hat, schwäbisch-­spar­sam wie sie ist, noch ein viertes Prinzip aus der Schublade gezogen – eines, mit dem sich alles abschmettern lässt: Mir hend scho gäba. Mir gäbat nix.

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Die Stadtspitze hatte in der Tat eine Million Euro in die Hand nehmen wollen, um die kostenfreie ÖPNV-Nutzung an den Samstagen vom 1. April bis 31. Dezember 2019 zu ermöglichen – für den Zeitraum also, wenn die Friedrich-Ebert-Straße wegen der Bauarbeiten am Tunnel vom Hauptbahnhof zu den Sedelhöfen stadtauswärts gesperrt wird. Das Signal sollte sein: Hallo Handel, hallo Bürger, wir tun etwas für euch!

Schwäbische Knausrigkeit

Das Bemühen war erkennbar,  schwäbisch-knausrig allerdings die Ausführung, denn die Stadtverwaltung wollte die Samstage in den Sommerferien aus dem kostenfreien Angebot nehmen. Was durch die Bank bei allen Gemeinderatsfraktionen für Kopfschütteln und Widerspruch sorgte. Und für einen vorweihnachtlich-einstimmigen Beschluss, an allen Samstagen kostenfrei fahren zu können.

Jetzt wird’s ein wenig teurer. Aber es kommt ja alles wieder zurück. Ganz im Sinne von: Gebet, so wird euch gegeben.

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