Auch der 13. Musikmarathon im Roxy hatte vor großem Publikum wieder sehr hohes musikalisches Niveau. Ohne Gage standen am Samstagabend namhafte Bands auf der Bühne, die verpflichtet werden konnten, weil dieses Benefiz-Festival einen hervorragenden Ruf genießt und weil Tobias „Bobbes“ Schmid sehr gute Kontakte hat in der Szene. Der Erlös fließt in diesem Jahr unter anderem an den Kontaktladen Drogenhilfe Ulm/Alb Donau.

Besonders auffällig in diesem Jahr waren allein schon die neuen Plakate: Der Grund dafür war eine Kooperation zwischen den Veranstaltern und dem Ulmer Zentrum für Gestaltung, das einen Wettbewerb ausrichtete. Den ersten Preis gewann Natascha Wetzel, unter viel Applaus nahm sie die Urkunde aus den Händen von Dana Hoffmann entgegen.

Der Konzertreigen begann mit Luke Noa und seinen Basement Beats sowie Eric Arikan. Beim dritten Act „Wo ist Kai!“ konnten die Helfer auf der Bühne zeigen, wie sehr sie auf Zack waren. Es erklang kein Ton, aber sofort wechselten sie das Instrumentenkabel, sodass ein Großteil des Publikums die kleine technische Panne überhaupt nicht bemerkte. Nosoyo aus Berlin spielten im Roxy das Finale ihrer Tour, nur zu zweit auf der Bühne mit schöner Stimme und viel Elektronik-Unterstützung.

Überhaupt waren elektronische und synthetische Klänge ein großes Thema beim diesjährigen Marathon. Zum Beispiel bei den Hip-Hoppern von Schlaraffenlandung, beim lauten Rock von  Kaffkönig oder bei den leisen Tönen der Innsbrucker Band Lilla. Den kraftvollsten Auftritt des Abends lieferten die Lokalmatadoren Van Holzen. Ihre Debüt-Single ist gerade erst hoch in die Charts eingestiegen, jetzt zeigten die Ulmer eine Bühnenpräsenz, wie sie das Roxy selten erlebt hat. Es schien, als könnten alle Emotionen auf Saiten geschlagen und Felle eingehämmert und über Lautsprecher auf das Publikum übertragen werden. Frenetischer Applaus.

Ruhiger wurde es danach mit den ausdrucksstarken Texten von Peter Pux und dem Headliner des Abends Claire. Diese hatten leider nicht ihre stärksten Songs ausgewählt, ihre langgezogenen sphärischen Klangteppiche wirkten zeitweise recht monoton. Die Highlights ballten sich gegen Ende des Festivals: Antiheld aus Stuttgart, Ska-Punk mit The Prosecution, die Blackout Problems oder Abramowicz hielten die Massen vor der Bühne, bevor die Blackberries  mit ihrem psychodelisch angehauchten Soundmix im Stile der späten 60er-Jahre für Irritationen unter den Zuschauern sorgten. Die perfekten Rausschmeißer waren dann Coleslaw aus Bad Saulgau, bevor das DJ Team Roter Freibeuter und Purple Haze wieder das Zepter in die Hand nahmen.