Konzert Musikalischer Ritt durch Spanien

Neu-Ulm / Burkhard Schäfer 22.01.2018

IBK – diese drei Großbuchstaben sollte man sich merken; sie stehen für „Internationaler Blasmusik Kongress“. Von Donnerstag bis Sonntag fand er statt, als erster seiner Art in Deutschland. Neu-Ulm darf also ruhig ein bisschen stolz darauf sein, diese Premiere ausgerichtet zu haben, die – es war im Foyer des Edwin-Scharff-Hauses nicht zu übersehen – das „Who is Who“ der Blasmusik-Branche ins Gespräch brachte.

An den vier Abenden gab’s immer was auf die Ohren. Sieben Blasorchester aus vier europäischen Ländern hatten die Veranstalter dafür engagiert. Deutschland war vier Mal vertreten, unter anderem mit dem Kreisverbandsjugendblasorchester Ulm/Alb-Donau und mit der Bläserphilharmonie Wertingen. Am Freitag, nachdem die Wertinger ihre Instrumente zurück ins Futteral gepackt hatten, hieß es: Bühne frei für das Blasorchester Unió Musical Alqueriense. Der Name leitet sich von der spanischen Stadt Les Alqueriense im Norden von Valencia ab. Das Orchester hat eine mehr als hundertjährige Tradition und im Laufe seiner Geschichte viele (erste) Preise bei Wettbewerben gewonnen.

Nie gehört? Trotzdem gut

Die Erwartungen des Publikums waren also hochgesteckt und wurden nicht enttäuscht. Ein rein spanisches Programm hatten die Musiker und ihre Leiterin Lidón Valer vorbereitet, mit sinfonischer Blasmusik von Komponisten, die, wenn überhaupt, nur Kennern vertraut sein dürften: unter anderem Carles Romero Melià, Ramón García i Soler, Joaquin Ortells Agramunt und Andrés Valero Castells. Nie gehört? Trotzdem gut, vielmehr sehr gut und im Fall der drei zuletzt genannten Komponisten sogar herausragend.

Vor allem das dreisätzige „Concert de marimba“ von Soler war nicht nur ein „Hinhörer“, sondern dank seines Solisten Enric Pizà auch ein Hingucker allererster Güte. Agramunts Werk „Babel XXI“, das auf den Turmbau Bezug nimmt, punktete mit satten Sounds und einer breiten Farbpalette der Bläser. Last but not least „Dredred“ von Castells. „Das ist ein wichtiges Stück für uns, mit dem wir schon viele Preise gewonnen haben“, erklärte die Dirigentin vorab. „Dafür bekommen wir immer viel Applaus.“

Das war eine klare Ansage, die vom Publikum lautstark eingelöst wurde, hoch verdient nach diesem klingenden Parforce-Ritt. Apropos Reiten: Den furiosen Schlusspunkt setzte „Cavall de foc“ (Feuerpferd) von José Rafael Pascual Vilaplana. Dann war auch dem Letzten klar: Blasorchester können Sinfonieorchestern das Wasser reichen. Aber sowas von!

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