Orchester Musik liegt über Ulm beim neunten Deutschen Orchesterwettbewerb

Ulm / SWP 28.04.2016
Etwa 4500 Amateurmusiker besuchen den neunten Deutschen Orchesterwettbewerb in Ulm. Dort messen sie sich in unterschiedlichen Kategorien vom Samstag, 30. April bis zum Samstag, 8. Mai. Die Infos komprimiert.

Der neunte Deutsche Orchesterwettbewerb führt von morgen bis zum 8. Mai an die 4500 Amateurmusiker in die Stadt an der Donau. In Ulm ermitteln sie in 15 verschiedenen Kategorien ihre Besten: Orchester, Ensembles, Posaunenchöre. Ein breit gefächertes Rahmenprogramm bietet der Bevölkerung die Chance auf Einblicke ins musikalische Schaffen im Land.

Die Wettbewerbe
102 Orchester und Ensembles, die sich über Landeswettbewerbe für Ulm qualifiziert haben, stellen sich in 15 verschiedenen Kategorien den Jurys. Die Preisgerichte bestehen meist aus fünf, in wenigen Fällen nur aus drei/vier ausgewiesenen Musikexperten. In den meisten Fällen sind sowohl Erwachsenen- als auch Jugendorchester am Start. Bestes Beispiel mit lokalen Beteiligungen sind die Kategorien B1 und B2 (Blasorchester). In B1 tritt die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein an, in B2 die Junge Bläserphilharmonie Ulm. Weitere Kategorien: Sinfonieorchester, Kammerorchester, Brass Bands, Zupforchester, Posaunenchöre, Big Bands, Gitarrenensembles, Akkordeonorchester, offene Besetzungen. Der Eintritt zu allen Wettbewerbsvorträgen – Pflicht- und Selbstwahlstück – ist frei. Öffentliche Ergebnisbekanntgabe von Teil eins der Wettbewerbe am Dienstag, 3. Mai, von Teil zwei am Samstag, 7. Mai (jeweils 11.30 Uhr, Marktplatz).

Die Lokalmatadore
Zwei Orchester aus dem Ulmer Raum treten in den Wettbewerben an: Die Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) unter Dirigent Josef Christ in der Kategorie B2 (Jugendblasorchester) und die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein unter Manuel Epli in der Kategorie B1(Blasorchester). Die JBU hat ihren Wettbewerbsauftritt mit dem Pflichtstück „Deliverance“ von Etienne Crausaz und dem Selbstwahlstück „Hym to the sun“ (Satoshi Yagisawa) am Sonntag, 1. Mai, 10.30 Uhr, im Congress Centrum Ulm. Schauplatz für den Wettbewerbsauftritt der Blausteiner ist das Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus; und zwar am Montag, 2. Mai, 11 Uhr. Die Pflicht bestreitet Eplis Orchester mit „Derivations“ von Marco Pütz, die Kür mit „Suite for Wind Band“ (Bob Vos).

Die Preise, Prämien und Stipendien
Alle Orchester, die das Prädikat „Mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ erreichen, gelten als Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs. Sie erhalten Geldpreise bis 3000 Euro (Preisgelder gesamt: 75 000 Euro). Die Höhe richtet sich nach der Anzahl der Preisträger und der Orchester-Kategorie. Den Sonderpreis „Zeitgenössische Musik“ können Orchester erringen, die im Wettbewerb ein Werk spielen, das nach dem 1. Januar 1990 komponiert worden ist. Für Dirigenten können Weiterbildungsstipendien vergeben werden. Die Bewertung der Wettbewerbsteilnehmer erfolgt mit folgenden Prädikaten und Punkten: mit hervorragendem Erfolg teilgenommen (25,0 bis 23,0 Punkte), mit sehr gutem Erfolg teilgenommen (22,9 bis 21,0 Punkte), mit gutem Erfolg teilgenommen (20,9 bis 16,0 Punkte), mit Erfolg teilgenommen (15,9 bis 11,0 Punkte), teilgenommen (10,9 bis 1,0 Punkte).

Das Rahmenprogramm
Handglockenchor? Schon mal gehört? Er besteht für gewöhnlich aus vier bis 16 Spielern, wobei „Chor“ nicht steht für eine Gesangsgruppe, sondern für den musikalischen Einklang mehrerer Stimmen. Je nach Größe verfügt ein Chor über eine bis fünf Oktaven Handglocken. Die Glocken sind aus Bronze gegossen, handgedreht und hochglanzpoliert. Wie bei den Tasten einer Klaviertastatur repräsentiert jeweils eine Glocke einen bestimmten Ton. Die Spieler halten die Glocken in der Hand oder heben sie nach Bedarf von einem Tisch hoch. Zwei Handglockenchöre – aus Gotha und Wiedensahl – sind im Rahmenprogramm des DOW zu sehen und zu hören. Und zwar am Freitag, 6. Mai, 19 Uhr, in der Pauluskirche. Rahmenprogramm bedeutet: An die 30 Konzerte, überwiegend bestritten durch Orchester, die an den Wettbewerben teilnehmen, an ganz verschiedenen Orten. Im Stadthaus, im Münster oder im Roxy genauso wie in Seniorenzentren oder Schulen. Zweimal finden im CCU von 20 Uhr an Orchesternächte statt: Montag, 2. Mai, Freitag, 6. Mai.

Die Konzerte mit Eintritt
Zu allen Wettbewerbsvorträgen beim Deutschen Orchesterwettbewerb ist der Eintritt frei. Auch die Konzerte des Rahmenprogramms sind frei zugänglich. Bis auf vier Ausnahmen. Eintrittskarten sind notwendig für die Eröffnungskonzerte am Samstag, 30. April, 19.30 Uhr, Congress Centrum Ulm (CCU) mit der Sinfonietta Ulm und dem Klavier-Solisten Frank Dupree und am Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr, CCU mit dem Mädchenchor Ulmer Spatzen und dem Heeresmusikkorps Ulm. Eintritt wird außerdem erhoben für die Auftritte des Gitarren-Orchesters Graz und des Joscho Stephan Quartetts am Sonntag, 1. Mai, 20 Uhr, und des Jazzchors Freiburg und des Landesjugend-Jazzorchesters Baden-Württemberg am Donnerstag, 5. Mai (beide 20 Uhr, CCU). Tickets sind erhältlich im Service Center Neue Mitte und über die Hotline (0731) 166 21 77.

Sechs Orte des musikalischen Wettstreits
Die 102 Orchester, die sich in 15 verschiedenen Kategorien den Jurys stellen, treten in sechs verschiedenen Räumlichkeiten und Konzertsälen an: Auf Ulmer Seite sind dies CCU, Kornhaus, Haus der Begegnung, Musikschulke und Roxy; Neu-ulm spielt mit dem Edwin-Scharff-Haus mit.

Auf einen Blick
Teilnehmer: 102 Orchester an den Wettbewerben, weitere Bands und Gruppen im Rahmenprogramm, darunter aus Ulm die Sinfonietta, der Mädchenchor Ulmer Spatzen, das Heeresmusikkorps.
Juroren: 50
Preisgelder: 75 000 Euro (Einzelpreise für die Besten zwischen 1000 und 3000 Euro)
Mitarbeiter: 50
Kosten: eine Million Euro


 

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