Museumstipps aus der Kinderzeitschrift

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BEATE ROSE 11.07.2016

Die großen Ferien stehen vor der Tür, ach was, sie haben schon so gut wie ein Bein darin und machen ihre Ankunft mit diesen Begleiterscheinungen bemerkbar:  Schulausflüge, Schulfest, Projekttage an Schulen. In manchen Fächern lassen Schüler wie Lehrer schon mal alle Fünfe gerade sein, sozusagen als Vorbereitung auf wochenlange Ferien.

Manche Eltern  gruselt es beim Gedanken daran, dass ihr Kind nun sechs Wochen lang niemanden mehr haben wird, der es von Berufs wegen mit Wissen vollstopfen will. Was tun? Der Verdummung wirkt ja zwangsläufig ein Besuch im Museum entgegen. Doch immer nur zum Löwenmenschen ins Ulmer Museum wird auf die Dauer auch fad.

Wie gut, dass es Kinderzeitschriften gibt. In der aktuellen Ausgabe von „Geolino“, ein Geburtstagsheft zum 20-jährigen Bestehen, sind im „Spezial: Museen“  20 „besondere Orte zum Entdecken, Staunen und Mitmachen“ aufgelistet. Der erfahrene Geolino-Leser weiß, dass Süddeutschland grundsätzlich im bundesweit erscheinenden Magazin schwach wegkommt. Das mag daran liegen, dass es der Redaktion mit Sitz in Hamburg schwerfällt, über Nord- und Mitteldeutschland hinaus zu blicken.

Aber jetzt, im Geburtstagsheft, ist alles anders und natürlich besser: Gleich zwei  Museen  aus Ulm und Neu-Ulm sind beschrieben, nämlich das „Museum der Brotkultur“ und  „Herr Zopfs Friseurmuseum“. Nur: Warum fehlt das Kindermuseum in Neu-Ulm, Anziehungspunkt aller hiesigen Familien an Sonntagen, vor allem an verregneten Sonntagen?  Museumsleiterin Helga Gutbrod sieht das sportlich. Sie freue sich für die aufgelisteten Museen. Selbstbewusst sagt sie übers Kindermuseum. „Man kennt und schätzt uns auch so.“

Das Kindermuseum gibt es im siebten Jahr. „Es läuft sehr gut, mitunter ist es sogar zu voll.“ Befragt, von welcher Art Werbung das Museum lebt, verweist Gutbrod auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Zur aktuellen Ausstellung „voll abgefahren“ sind die Besucherzahlen fulminant. Für sie steht fest: Das Kindermuseum ist beliebt. Auch ohne Nennung in Kinderzeitschriften.

Die dort aufgeführten Museen fallen übrigens in die Kategorie „originell“. Beschrieben werden etwa das Currywurstmuseum in Berlin oder das Drahtmuseum in Altena. Unser absolutes Lieblingsmuseum unter den „20 besonderen Orten“: Das Schweinemuseum in Stuttgart. Die Fahrkarte dorthin bekommt das Kind pünktlich zum Ferienbeginn geschenkt, auf dass es etwas über Sauhaufen wie echte Glücksschweine lernt.