Amtshilfe Münsterbauhütte repariert die Fassade der Synagoge

Zerstörte Fassade an der Synagoge
Zerstörte Fassade an der Synagoge © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Verena Schühly 16.05.2018

Die Münsterbauhütte hat an der Synagoge Amtshilfe geleistet und die im September von einem Vandalen zerstörte Fassadenplatte repariert. Münsterbaumeister Michael Hilbert erinnert sich gut an seine erste Reaktion damals: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Als er mit den Kollegen in der Bauhütte darüber sprach, war schnell klar: „Wir bieten der Synagoge unsere Hilfe an, um das wieder in Ordnung zu bringen.“

Wie berichtet, hatte ein unbekannter Täter das jüdische Gotteshaus am Weinhof Anfang September an zwei aufeinander folgenden Wochenenden nachts heimgesucht und jeweils eine Stelle der Kalksteinfassade an der Vorderseite attackiert. Das erste Mal mit einem mitgebrachten Metallpfosten, das zweite Mal trat er dagegen – bis die Platte zu Bruch ging.  Obwohl eine Kamera an der Synagoge deutliche Bilder des Geschehens lieferte, die auch den Schluss zulassen, dass es sich um denselben Mann handelt und dass er nicht allein war, gab es weder konkrete Hinweise noch war es möglich, den Vandalen zu fassen.

Ungeachtet dessen haben Hilbert und sein Team der Münsterbauhütte die Reparatur bewerkstelligt. Zuerst musste der passende Stein bestellt werden. Die Fassade der im Jahr 2012 eröffneten Synagoge  ist aus Dietfurter Kalkstein. Das aus dem Altmühltal gelieferte Material haben die Ulmer Steinmetzen auf das passende Maß gebracht, in der vergangenen Woche dann montiert und neu verfugt.

Erfolgreich erledigt

Jetzt ist nichts mehr von dem Schaden zu sehen – und die Kollegen der Bauhütte haben bewiesen, dass sie nicht nur mittelalter- und neuzeitliche Architektur können, sondern auch ganz moderne. Damit hat die Bauhütte ihr Angebot unkompliziert und erfolgreich erledigt.

Rabbiner Shneur Trebnik freut sich darüber: „Das war uns eine große Hilfe.“ Er wertet die Unterstützung der Bauhütte als „Zeichen des guten Zusammenlebens in der Stadt Ulm“, dass das christliche Münster  in einer solchen Weise das jüdische Gottes- und Gemeindehaus unterstütze.

Der Rabbiner bedauert, dass es nicht gelungen ist, den Täter dingfest zu machen: „Trotz der polizeilichen Ermittlungen und der ziemlich klaren Bilder ist leider gar nichts herausgekommen.“ So bleibe die jüdische Gemeinde in Unsicherheit, „weil wir nichts über die Motive wissen“ und ob und wann es ein nächstes Mal geben wird.

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