Artikel Münster-Wildpinkler schaffen es in die „Washington Post“

Die Washington Post, die berühmte Tageszeitung aus den USA, hat über das Ulmer Münster berichtet.
Die Washington Post, die berühmte Tageszeitung aus den USA, hat über das Ulmer Münster berichtet. © Foto: Washington Post
Ulm / Hans-Uli Thierer 27.10.2016

Dass das Ulmer Münster oft von geschichtslosen Zeitgenossen angepinkelt wird, ruft in der Stadt Empörung hervor. Und ein Vorstoß des Münsterbaumeisters, der angesichts scharfen Urins verschärft bangt um die durch Wind, Wetter und dreckige Luft stark genug angepissten Sandsteine,  sorgt für internationalen Furor und mediales Balihoo.

Michael Hilbert hat bekanntlich angeregt, denen, die es nicht  halten können, mit einer Pinkelpolizei zu Leibe zu rücken. Was der US-Zeitung „The Washington Post“ einen Artikel wert war. Das Blatt setzte seine Leser global ins Bild, indem von der Deutschen Welle über die BBC bis zur SÜDWEST PRESSE alle möglichen Medien zitiert werden, die über diese Ulmer Anrüchigkeit berichtet haben. Die BBC übrigens, indem sie den ordnungshüterischen Ruf Hilberts korrekt mit „pee police“ übersetzte, während sich die  „Post“ naserüpfend über die schiffenden Delinquenten und ihre „full bladders“ ausließ.

Informiert  über die weltbewegende Pinkelei, die in der Hauptzeitung stand, hat das deutsch-amerikanische Journalisten-Ehepaar Tina Irgang und Daniel Leaderman, das in Baltimore lebt. Irgang? Richtig, Tina ist die Tochter Karl-Heinz Irgangs, der ein halbes Leben lang Stadtrat in Blaubeuren war und 1983 auch mal SPD-Bundestagskandidat.

Die „Washington Post“ erteilt  ihren Lesern über die  Haar sträubende Harnlasser-Story hinaus auch Geschichtsunterricht. Das Blatt berichtet, das Ulmer Münster sei nach Turmvollendung 1890 einige Jahre lang das höchste Gebäude der Welt gewesen. Ehe es überholt wurde durch das 1901 im viktorianischen Stil erbaute  Rathaus von Philadelphia, dessen 167,03 Meter hoher Turm der Stadtpolitik Weitblick verschaffte.

Der Ulmer Weltrekordturm aber hat es im Jahr eins nach dem 125. Turmfertigstellungsjubiläum also doch noch in eine große US-Zeitung geschafft. So gesehen ein Hoch auf die Niederungen des Wildpinkelns.

Artikel der Washington Post

Artikel auf der CNN-Homepage

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel