All die Hits, all der Witz, so viel Weihnachtsstimmung und Rock-Kracher, der ganze Glitzer- und Glöckchen-Spaß – und dann sind die Stühle zu Ariane Müllers aufgefrischter „Christmas Surprise Show“ am Freitag und Samstag im Kornhaus nur gut zur Hälfte besetzt. Dabei bot der üppig gefüllte Entertainment-Korb der neun Vollblutmusiker selbst Weihnachtsmuffeln eine schöne Bescherung. Immerhin: Denen, die da waren, hat’s gefallen. Zu Goldkonfetti-Schnee und  Zugaben wie Wham!s „Last Christmas“ gab es Standing Ovations,

   Dass Henrik Wager am Flughafen festhänge, erwies sich zum Glück als Gerücht. Auf die Frage, ob er Drogen dabeihabe, entgegnete er dort „Was brauchen Sie denn“?, erzählte der  britische Pop-, Rock- und Musical-Sänger. Damit legte er vor weißen Tannenbäumen mit Bing Crosbys „White Christmas“ los. Schlag auf Schlag folgten Hits über Schnee, Kälte, Santa Claus und Weihnachtsfreude. Doch es dauerte, bis das Publikum in Fahrt kam. Da mochte Müller am Keyboard als quirliger Motor der zweieinhalbstündigen Show, mal solo, mal zusammen mit ihrer vierköpfigen Band noch so wirbeln.

Doch dann spielten vor allem Gitarrist  Matthias Freund und Saxophon-Ass Ralf Ritscher ihre Trümpfe aus.  Bei  beliebten Christmas-Songs und Musical-Kostproben („Rock of Ages“) wurde geschmettert, gerockt  und gejazzt, zwischendurch aufgelockert von einem flapsigen Schlagabtausch in Comedy-Manier.

   Auch die beiden  Powerstimmen in Müllers  bewährtem  Team ließen keine Wünsche offen. Neben Wager faszinierte Julia Gámez Martin aus Berlin.  Dass die  temperamentvolle Halbspanierin im Duett mit dem Tenor auf den Spuren von Freddy Mercury und Montserrat Caballés „Barcelona“  wandelte und dabei unversehens in ihre  Opernstimme switchte, riss die Fans schon zur Pause zu Ovationen im Stehen hin.

   Als Überraschung erwiesen sich die beiden Müller-Töchter, die Teenies  Julia und Isabell („Belli“). Ob als Background-Sängerinnen im Glitzerlook, als Nonnen-Trio mit Julia Gámez Martin im   „Sister Act“-Medley oder als beflügelte Engel bei  Wagers romantischem „Angels“ – sie bewiesen reichlich Talent.

Da ging die Post ab, die Begeisterungsfunken zündeten, mehrmals riss es das Publikum klatschend und singend aus den Stühlen. „Feliz Navidad“ animierte als Walzer gar reihenweise zum Schunkeln.