Ulm Müller widerspricht: Kaninchen statt Katze in Strickmützen

Ulm / HANS-ULI MAYER 13.02.2014
Der Streit zwischen der Tierschutzorganisation Animals’ Liberty und der Drogeriemarkt-Kette Müller wegen Katzenfell geht in die nächste Runde.

Anfang des Jahres hat die Tierschutzorganisation Animals’ Liberty die Drogeriemarktkette Müller beschuldigt, in Strickmützen echtes Katzenhaar aus China verkauft zu haben. Für Haustierfelle besteht in der EU seit 2009 ein Importverbot. Müller hatte die Mützen sofort aus dem Sortiment genommen und selber Labors mit der Untersuchung der Mützenbommel beauftragt. Das Ergebnis liegt jetzt vor.

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, handele es sich bei den Bommeln nicht um die beanstandeten Katzenhaare, sondern um solche von Kaninchen, die nicht unter das EU-Verbot fallen. Müller habe sich von Anfang an korrekt verhalten und weder Strickmützen mit Katzenfell in den Handel gebracht noch Kunden bewusst mit der Etikettierung Kunstfell getäuscht.

Tatsächlich wurde die Textilie, die über einen in Bayern ansässigen deutschen Lieferanten bezogen wurde, in dem hauseigenen Kundenmagazin „Body & Soul“ mit dem Zusatz „Echtfell“ beworben. Ein Fehler sei lediglich bei der durch den Lieferanten vorgenommenen Auszeichnung der Artikel unterlaufen, die nur mit dem Begriff „Oberstoff 100 Prozent Polyester“ gekennzeichnet waren. Müller habe die Mützen ausdrücklich mit Kaninchenfell bestellt, sagte die Konzernsprecherin Tatjana Meier.

Beendet scheint die Auseinandersetzung damit aber noch nicht. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Tierschutzorganisation Animals’ Liberty bereits im Januar Anzeige beim Veterinäramt der Stadt Ulm gestellt. Das sieht sich aber nicht zuständig in Fragen eines möglichen Verstoßes gegen das EU-Handelsverbot zu ermitteln.

Die Tierschützer bemängeln, dass die jetzt von Müller zum Test in verschiedene Labors gegebenen Mützen nicht dieselben gewesen seien, die sie untersucht hätten. Eine Erledigung der Angelegenheit sieht die Sprecherin der Organisation, Julia Akra, deshalb nicht – es gebe lediglich „unterschiedliche Laborergebnisse von unterschiedlichen Mützen“. Im Übrigen sei auch Kaninchen ein Echtpelz, wenn auch nicht verboten, aber Pelz sei Tierquälerei, heißt es in der Mitteilung der Organisation.

Müller wollte sich zu der Anzeige nicht weiter äußern. Sprecherin Meier sagte lediglich: „Wir sehen dem sehr gelassen entgegen.“

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