Ulm Müller unterliegt vor Gericht einem Ex-Manager

REF 08.08.2012

Der Konflikt zwischen Erwin Müller und seinem früheren Einkaufschef Gerhard Kramer ist beigelegt, jedenfalls was die juristische Ebene angeht: Kramer, der sich inzwischen als Unternehmensberater selbstständig machte, hat den Prozess gewonnen. Es ging wie berichtet um acht fristlose Kündigungen, die der Drogeriemarkt-Baron Müller gegen den Manager ausgesprochen hatte - wohlgemerkt nachdem der von sich aus seinen Dreijahresvertrag als Geschäftsführer in dem Ulmer Unternehmen fristgemäß gekündigt hatte. Kramer wehrte sich mit Kündigungsschutzklagen. Der Fall ging bis vors Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart, das die Urteile des Landgerichts Ulm bestätigte. Das OLG habe die Revision nicht zugelassen; die Nichtzulassungsbeschwerden von Müller beim Bundesgerichtshof seien abgelehnt worden; die Urteile des Landgerichts Ulm seien nun rechtskräftig, teilt der Ex-Manager mit: "Damit sind alle acht fristlosen Kündigungen, die Müller ausgesprochen hat, um billig aus dem Vertrag herauszukommen, rechtswidrig." Ihm selbst sei es vor allem um die eigene Reputation gegangen, sagt Kramer. Aber auch um Geld. Er kämpfte darum, die Gehälter, die Müller bis Vertragsende vorbehaltlich weiterzahlen musste, nicht zurückerstatten zu müssen. Nach Kramers Sieg steht fest: Er kann das Geld behalten. Erwin Müller wollte sich zum Ausgang des Verfahrens nicht äußern.