Meinung Kommentar: Müll-Sünder sind faule Säcke

Harald John
Harald John © Foto: privat
Ulm / Harald John 18.07.2018
Immer öfter wird Rest- oder Biomüll in Gelbe Säcke gestopft. Da hilft es nur, schwarze Schafe umzustimmen oder zu identifizieren, meint Harald John

Den Titel als Fußball-Weltmeister ist Deutschland losgeworden. Und der Ruf, wenigstens Champion im Mülltrennen zu sein, ist zunehmend ramponiert. Denn offenbar wissen längst nicht alle, was in den Gelben Sack gehört und was nicht. Oder sie scheren sich schlicht nicht darum und stopfen Restmüll oder Essensreste mit hinein. Nur so lässt es sich erklären, dass sich in der Stadt mancherorten Müllberge türmen, immer öfter versehen mit dem Aufkleber „Falscher Sack!

Das Problem der irregulären Säcke ist keine Ulmer Spezialität. Klagen über sorglose oder bewusst falsche Müllentsorgung sind aus vielen Kommunen zu hören. Der Pforzheimer Bürgermeister ist so entnervt, dass er zwei Müllsheriffs losschicken will. In Mannheim sollen Hundesitzer kontrolliert werden, ob sie ein sauberes Tütchen für die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners in der Tasche haben. Sonst drohen Strafen.

Aber wollen wir das wirklich? Patrouillen, die Gelbe Säcke detektivisch auf die Identität der Verschmutzer untersuchen? DNA-Proben von Tretminen in Parks? Es wäre beruhigend, wenn die schwarzen Schafe mit Aufklärung und Argumenten umgestimmt werden könnten. Doch es ist zu befürchten, dass alles Werben nicht hilft. Dann müssen diejenigen, die es sich auf Kosten anderer bequem machen, einen neuen Stempel bekommen: Fauler Sack!

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