Ulm Mordprozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

hum 28.06.2015
Vor der 6. Großen Jugendkammer des Landgerichts Ulm beginnt am Montag ein Mord-Prozess, der hinter verschlossenen Türen ausgetragen wird.

Angeklagt ist der 17-jährige Jugendliche aus Niedersachsen, der Anfang des Jahres in Ulm seine gleichaltrige Freundin erstochen haben soll.

Wie das Landgericht vorab mitteilt, wird dem jungen Mann vorgeworfen, seine Partnerin in deren Zimmer im elterlichen Wohnhaus am Eselsberg im Schlaf erstochen zu haben. Rechtlich wird dem Angeklagten Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vorgeworfen. Allerdings sei der Mann wegen einer autistischen Störung in seiner Schuldfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen, was möglicherweise eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Folge hat. Jedenfalls wurde der junge Mann schon im Vorfeld von einem Psychiater untersucht, der während der gesamten Verhandlungsdauer auch anwesend sein wird. Schon jetzt ist der 17-Jährige vorläufig untergebracht.

Verfahren gegen Jugendliche sind nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) grundsätzlich und in Gänze nichtöffentlich zu führen. Das schließt die Verlesung der Anklage ebenso ein wie die Plädoyers und die Urteilsverkündung. Derzeit sind zehn Verhandlungstage vorgesehen, die bis Ende Juli terminiert sind. Es werden 18 Zeugen vernommen und ein psychiatrischer Gutachter gehört.