Verhaftung Mord in Ulm: Zwei Verdächtige verhaftet

Auf dem Dach des Garagengartens unter der Wohnanlage ist auch ein kleiner Spielplatz aufgebaut.
Auf dem Dach des Garagengartens unter der Wohnanlage ist auch ein kleiner Spielplatz aufgebaut. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Hans-Uli Mayer 17.01.2018
Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt, die am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt wurden.

Etwas mehr als eine Woche nach dem tödlichen Angriff auf einen 59-jährigen Bewohner am Veltlinerweg am Eselsberg steht das Verbrechen möglicherweise vor der Aufklärung. Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen, die am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt worden sind – möglicherweise gibt es aber noch weitere Beteiligte. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten die exklusiven Informationen dieser Zeitung zunächst kommentieren.

Inzwischen hat die Polizei bestätigt, dass die Ermittler am Tatort eine Spur gefunden hatten, die von einem 39-Jährigen aus Ulm stammt. Bei der Vernehmung des Mannes verstrickte sich dieser in Widersprüche. Die weiteren Ermittlungen bekräftigten den Verdacht gegen den Mann und seine Ehefrau. Beide wurden mittlerweile festgenommen. Der 39-Jährige ist seit Mittwoch vergangener Woche, seine 46 Jahre alte Frau seit Dienstag dieser Woche in Haft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm hatten die zuständigen Richter am Amtsgericht Haftbefehle erlassen.

Einbruch am 5. Januar

Es ist der Alptraum schlechthin, nachts in seiner eigenen Wohnung von einem Einbrecher überrascht zu werden. Genau das ist nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen in der Nacht auf Samstag, 5. Januar, am Eselsberg geschehen. Gegen 2.30 Uhr war der 59-Jährige, der dort mit seiner 91-jährigen Mutter am Veltlinerweg wohnte, von Einbrechern angegriffen, niedergeschlagen und gefesselt worden. Wie berichtet, ist er noch in derselben Nacht im Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Eine Obduktion hat diese als Todesursache bestätigt.

In der Nachbarschaft hat der Vorfall für große Aufregung gesorgt. Die Täter waren über die Garage direkt in den Keller des Wohnhauses gelangt, der mit einer schweren Stahltür gesichert war. Trotz der allgemein auch in Ulm rückläufigen Zahl an Wohnungseinbrüchen hat deshalb gerade dieser Fall sehr zur Verunsicherung der Menschen beigetragen, speziell jener, die in der um einen so genannten Garagengarten angeordneten Wohnanlage am Veltlinerweg leben. Aufgrund der Spurenlage hat die Polizei von Anfang an von mindestens zwei Tätern gesprochen.

Vom ersten Tag an hatte die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die noch in der Nacht die Arbeit aufgenommen hatte. Schon bald gab es Meldungen an die Medien, wonach im Umfeld der Wohnanlage verdächtige Gegenstände gefunden wurden. Zu Spekulationen, wonach sich darunter auch die Tatwaffe befand, nimmt die Polizei bislang keine Stellung.

Hilfreich bei den Ermittlungen waren nicht nur die am Tatort gesicherten Spuren, sondern auch Hinweise, die aus der Bevölkerung kamen. Bereits am Montag nach der Tat hatten die Ermittler Flugblätter in die Briefkästen in dem Wohngebiet verteilt und die Nachbarn zu eventuell gemachten Beobachtungen befragt.

Info-Abend zum Schutz vor Einbruch

Prävention
Aus gegebenem Anlass hat die Polizei schnell reagiert und für Donnerstag eine Info-Veranstaltung zum Schutz vor Einbruch angesetzt. Beamte der Prävention geben Tipps. 19 Uhr, Bürgerzentrum Eselsberg.