Das Kapitel Deutschland begann für Yizhou Chen vor zehn Jahren. Als Teenager verließ er sein Elternhaus in der chinesischen Millionenstadt Hangzhou, um in Aachen Fahrzeugtechnik zu studieren. „Autos waren schon immer meine Leidenschaft“, erzählt er. Chen hat allerdings noch eine weitere Passion: Kochen. Während des Studiums betrieb er gemeinsam mit einem Geschäftspartner zwei chinesische Restaurants.

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Inzwischen hat der 28-Jährige seinen Master abgeschlossen und ist zu seiner Freundin nach Ulm gezogen. Büro oder Küche – die berufliche Entscheidung sei ihm keinesfalls leicht gefallen, betont Chen. Letztendlich wolle er aber als Gastronom tätig sein.

Mo-Jo in Ulm: Chinesisches Restaurant eröffnet am 3. Juli

Am 3. Juli eröffnet Chen nun sein Restaurant „Mo-Jo“ in der Ulmer Innenstadt. Er geht im Erdgeschoss des Nordsternhauses an dem Start, wo zuletzt eine Filiale der Bäckerei Kirsamer untergebracht war. Chen setzt auf traditionelle chinesische Speisen. Zu seinen Spezialitäten zählen verschiedene Nudelsuppen und Teigtaschen. Chens Philosophie: Alles wird frisch und nach Originalrezept zubereitet. „Viele Gerichte habe ich in jungen Jahren von meinem Vater gelernt“, erzählt Chen, der die Speisekarte des „Mo-Jo“ mit 20 verschiedenen Gerichten übersichtlich halten möchte. „Wir konzentrieren uns lieber auf wenige Speisen und können dafür eine hohe Qualität bieten“, so Chen.

Restaurant im Nordsternhaus: Zwischen grünen Pflanzen und Beton

Bis es soweit ist, gibt es allerdings noch einiges zu tun. Im Innenraum, der Platz für 42 Gäste bietet, laufen die Umbauarbeiten auf Hochtouren. „Eigentlich wollten wir schon im Mai fertig sein, doch Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Chen. Die wuchtige Theke, die den Großteil des Raumes einnimmt, ist bereits montiert. Darin ist eine offene Küche integriert. Die Gäste, die an braunen Tischen aus Massivholz sitzen, sollen beim Kochen zusehen können. Graue Beton-Elemente an der Decke stehen im Kontrast zur Wand, die mit grünen Pflanzen verziert wird. „Ich mag die Kombination aus Industrie-Flair und Natur“, erläutert Chen.
Auch im Außenbereich grünt es. Der Gastronom hat einige Pflanzen gesetzt, die an einen asiatischen Garten erinnern sollen. Im Sommer sollen die Gäste hier die Sonne genießen und Longdrinks schlürfen. Chen freut sich, wenn es endlich losgeht und er ein Stück Heimat nach Ulm bringt.