Neu-Ulm Möbel Mahler schließt Filialen in Bopfingen und Wolfrathshausen

Neu-Ulm / JULIA KLING 18.11.2015
Aus für den Möbel Mahler Stammsitz und das Einrichtungshaus südlich von München. Der Bopfinger Möbelfilialist schließt die beiden Einrichtungshäuser und verkauft die Immobilien an XXX Lutz. Der Standort in Neu-Ulm wird Stammsitz des Unternehmens und soll weiter gestärkt werden.
Das Neu-Ulmer Einrichtungshaus von Möbel Mahler wird Stammsitz des Familienunternehmens. Ende Januar 2016 ist Schluss in den beiden Möbel Mahler Einrichtungshäusern in Bopfingen und Wolfratshausen. Wie das Familienunternehmen in einer Erklärung mitteilt, schließt Möbel Mahler die Standorte. Ein Sprecher erklärte, dass die Gebäude an die Immobiliengesellschaft von XXX Lutz verkauft werden. 

Mahler verhandelte bereits seit einiger Zeit mit Interessenten, zuletzt war von einer möglichen Übernahme der beiden Standorte durch die österreichische Möbel-Kette XXX Lutz gesprochen worden, die sich mit 10 Prozent am Standort in Neu-Ulm beteiligen. „Die mit mehreren Unternehmen geführten Verhandlungen führten nicht zum ersehnten Erfolg“, erklärt Seniorchef Gerhard Mahler, der gestern nicht zu sprechen war, in der Mitteilung. Die Vorstellungen der potenziellen Käufer und die des Unternehmers seien nicht vereinbar gewesen. „Diese Entscheidung ist eine der schwersten in der Geschichte unseres Familienunternehmens“, so Mahler weiter. Für die Mitarbeiter in Wolfratshausen (260) und Bopfingen (340) bedeutet der jetzige Schritt die Kündigung. 

Zunehmender Wettbewerbsdruck, überfällige Investitionen im zweistelligen Millionenbereich und „Kannibalisierungseffekte durch den Standort Neu-Ulm“, seien Gründe für die Schließung der Standorte. Am Neu-Ulmer Standort, den Mahler vor zwei Jahren nach Investitionen in Höhe von 35 Mio.  eröffnet hat, hält das Unternehmen weiter fest. Diese Investition habe, so wird in der Möbelbranche vermutet, Mahler erst in eine finanzielle Schieflage gebracht. 

Aus gut informierten Kreisen heißt es, XXX Lutz wolle an den Standorten Filialen der Discount-Linie Möbel X eröffnen. Auch Verdi-Gewerkschaftssekretär Rainer Dacke will nicht ausschließen, dass die Aktion im Moment dazu dienen könnte, Mahler-Mitarbeiter freizusetzen, um sie dann später bei einer Lutz-Übernahme zu neuen, sehr wahrscheinlich viel schlechteren Konditionen anzuwerben. 

Trotz der Schließungen sollen laut Mitteilung alle derzeit offenen Kundenverträge „ordnungsgemäß abgewickelt“ werden. 
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